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Blumenerde für Rasen verwenden: Wann geht das? (+ wann nicht)

Blumenerde für Rasen
Nachdem man die Blumentöpfe neu befüllt hat, ist die Frage nicht fern, ob Blumenerde für den Rasen geeignet ist. Aber auch bei Neuanlage tendieren manche dazu auf bereits Bekanntes zurückzugreifen.

Die Aussaatfläche wird mit der Topferde vorbereitet. Doch was taugt Blumenerde eigentlich als Untergrund für den Rasen? Kann Rasen überhaupt auf Blumenerde wachsen?

 

Was sind die idealen Bestandteile einer Rasenerde?

Rasenerde besteht idealerweise aus 50% Kompostanteil. Will man die Erde selbst herstellen, muss man darauf achten, dass der Kompost mindestens 2 Jahre alt ist. Ansonsten ist der Stickstoffanteil zu hoch.

Die sonstigen Bestandteile sind Humus (35%) und Sand (15%). Hat man einen schweren lehmhaltigen Boden kann man den Sandanteil auf Kosten des Humus erhöhen.

Der pH-Wert der Rasenerde muss unbedingt zwischen 5,5 und 6,5 liegen. Nur so sind die wertvollen Nährstoffe für die Wurzeln des Rasens verfügbar.

Doch ist Blumenerde für Rasen dann überhaupt geeignet?

  • anwendbar im biologischen Landbau
  • torfreduziert

 

Sind die Bestandteile der Blumenerde geeignet?

Blumenerde ist meistens vorgedüngt mit sogenanntem NPK-Dünger. Der Dünger beinhaltet Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Das stellt jedoch kein Problem dar, da die meisten Rasenerden auch vorgedüngt sind. Lediglich die Verhältnisse der Nährstoffe unterscheiden sich.

Beim pH-Wert sieht es jedoch bereits anders aus. Der ph-Wert liegt oft im zu niedrigen Bereich. Angaben des Herstellers machen deutlich, welcher pH-Wert der Erde zugeschrieben wird. Häufig liegt es am Torf. Dieser ist sauer und die Blumenerde wird mit Kalk versetzt, um einen höheren pH-Wert zu erreichen. Nicht immer ist dieser für Rasen hoch genug. Unser Rasen braucht einen Wert zwischen 5,5 und 6,5.

Hat man eine Blumenerde, die in diesen Bereich fällt, ist sie zumindest von den Nährstoffen und dem pH-Wert für das Wachstum der Gräser geeignet. Es gibt jedoch ein wesentlich größeres Problem, wenn man Blumenerde für den Rasen verwendet.

 

Kann man Blumenerde für den Rasen verwenden?

Man darf Blumenerde nicht für die Neusaat eines Rasens verwenden. Blumenerde besteht überwiegend aus organischen lockeren Bestandteilen. Die Gräser werden wahrscheinlich wachsen. Jedoch ist ein fester Halt nicht gegeben. Besser eignet sich Rasenerde aus 50% Kompost, 35% Humus und 15% Sand. Der Sandanteil wird bei lehmhaltigen Böden erhöht.

Für Blumentöpfe ist Blumenerde hingegen bestens geeignet. Sie bringt alle nötigen Nährstoffe mit und ist vergleichsweise locker. Die Erde verdichtet auch nicht. Dieser Vorteil in der Anwendung im Blumentopf wird unserem Rasen jedoch zum Nachteil. Bei Betreten des Rasens reißt man die Gräser nach und nach aus, da sie keinen festen Halt finden.

Wer hingegen einen bereits verankerten Rasen hat, sollte nicht auf den Trugschluss kommen, dass Blumenerde zur Ausbesserung des Rasens unproblematisch sei. Auch hier macht die Blumenerde Probleme. Doch es gibt Lösungen!

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Warum sollte man den Rasen nicht mit Blumenerde ausbessern?

Blumenerde ist überwiegend organisch statt mineralisch. Bessert man Unebenheiten mit Blumenerde aus, wird diese über Jahre von Bodenorganismen abgebaut. Die Kuhlen werden wieder auftauchen. Will man Reste der Blumenerde loswerden, sollte man diese zuvor mit Muttererde vermischen.

Das Anfeuchten nach dem Aufbringen hilft die lockere Struktur der Blumenerde zu verdichten. Nach ein paar Wochen gelangen auch die letzten Gräser durch die neue Erdschicht. Beim Auftragen sollte man es jedoch nicht übertreiben. Optimalerweise wählt man bei tiefen Unebenheiten mehrere Durchgänge.

 

Wie kann man Blumenerde trotzdem für den Rasen verwenden?

Wir haben geklärt, dass reine Blumenerde für Rasen und dessen Verankerung ungeeignet ist. Jedoch ist sie nicht komplett nutzlos. Hat man einen bereits bestehenden Rasen kann man eine dünne Schicht der Erde auftragen. Das ersetzt zwar keine Düngung, ist jedoch hilfreich um einen kleinen Schub an Nährstoffen zu spenden.

Auch speichert Blumenerde besser Wasser als stark sandige Böden. Haben sich die beiden Erden erstmal gut vermischt, kann man von einer leicht besseren Wasserspeicherung profitieren.

Viele Blumenerden enthalten Torf aus Hochmooren. Diese müssen zum Abbau des Torfes entwässert werden. Dadurch entweicht eine Menge CO2 und schadet unserem Klima.

Jahrtausend alte Moore verschwinden durch das Geschäft mit Torf. In Deutschland gibt es dadurch kaum noch intakte Moore. Stattdessen wird das Torf auch noch zusätzlich aus weiten osteuropäischen Staaten transportiert.

Lieber greift man also zu einer Rasenerde, die kein Torf enthält und zusätzlich sogar auf die Bedürfnisse des Rasens ausgelegt ist.

 

Fazit: Blumenerde für Rasen verwenden

Man sollte bei Möglichkeit auf besser geeignete Erde zurückgreifen. Ideal ist torffreie Rasenerde*, bei der es den Wurzeln möglich ist sich fest zu verankern. Wer jedoch nur seine Reste verwerten will, kann eine Dünne Schicht Blumenerde auf dem bestehenden Rasen aufbringen. Zur Neusaat ist die Erde jedoch untauglich.

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