Blumenwiese anlegen – In 4 einfachen Schritte

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Wer sich den Pflegeaufwand eines Rasens ersparen will, wird eine Blumenwiese anlegen. Diese hat im Vergleich zum Rasen einige entscheidende Vorteile. Doch wie legt man eigentlich eine Blumenwiese an?

Unterscheidet es sich von der Anlage eines Rasens? Und vor allem muss man einiges beachten, wenn man die Blumenwiese auf bestehendem Rasen anlegen möchte.

Blumenwiese anlegen

 

Wann sollte man die Blumenwiese anlegen?

Blumenwiesen werden im Frühjahr zwischen April und Juni angelegt. Ein zweiter möglicher Termin ist im frühen Herbst von September bis Oktober. Die Bodentemperatur muss möglichst zwischen 12 und 18°C liegen. Im Sommer ist es hingegen zu heiß und trocken.

Die Termine für die Aussaat sind entsprechend ähnlich denen einer Neuaussaat des Rasens. Im Vergleich zum Rasen dauert es bei der Blumenwiese jedoch wesentlich länger, bis man die volle Pracht der Blumen zu sehen bekommt.

Während Rasen nach spätestens einem Monat anfängt zu keimen, kann es bei Blumenwiesen je nach Witterung und Art schnell mehrere Monate dauern, bis die Blüten zu sehen sind. In manchen Fällen bleibt das erste Jahr nach Aussaat komplett blütenlos.

 

Kann man eine Blumenwiese auf bestehendem Rasen anlegen?

Man hat bei der Anlage einer Blumenwiese auf dem Rasen zwei Optionen: Man bearbeitet nur einige Stellen des Rasens uns lässt die Blumen sich ausbreiten oder man entfernt den Rasen von der Fläche. Bei beiden Optionen muss der Boden ordentlich gesandet werden, da Wildblumen einen nährstoffarmen Boden mit viel Sand bevorzugen.

 

Option 1: Rasenfläche nach und nach abmagern (längere Alternative)

Hat man keinen Zeitdrang, kann es sinnvoll sein die Rasenfläche erstmal einem Nährstoffentzug zu unterziehen. Wildblumen und verschiedene Kräuter bevorzugen einen nährstoffarmen mageren Boden.

Um die Nährstoffe nach und nach zu reduzieren, lässt man alle Düngungen aus. Der Rasenschnitt wird regelmäßig von der Rasenfläche entfernt und zum Beispiel kompostiert. Keinesfalls sollte man den Rasen mulchen, da der Rasenschnitt am Boden verarbeitet wird und Nährstoffe, wie Stickstoff, Kalium und Phosphor die Fläche erneut düngen.

Wer möchte kann bereits jetzt Teile des Rasens in eine Blumenwiese verwandeln. Die Grasnarbe wird dazu mit einem Spaten vertikal in rechteckige Stücke angestochen. Nun wird der Spaten unter die Grassode geführt. Diese trägt man ab. Etwa 20 cm Erde werden ausgetauscht oder mit einer Menge Sand und Kies vermengt. Wer bereits einen sandigen Boden hat, kann sich diesen Schritt ersparen.

Die Blumen und Kräuter ergänzen nach ein paar Wochen den Rasen. Mit dem anhaltenden Nährstoffentzug des Rasens weitet man die Blumenfläche nach und nach aus.

Zuletzt vertikutiert man den Rest des Rasens. Sand verbessert die Bodenbeschaffenheit für ein optimale Wachstum der Blumenwiese.

 

Option 2: Rasen entfernen durch Fräsen oder Abschälen der Grasnarbe

Die wesentlich schnellere und direkte Lösung ist das Fräsen oder Abschälen des Rasens. Zunächst wird die Grasnarbe mithilfe eines Spatens abgetragen. Auch hier sticht man die Rasenstücke erstmal vertikal mit dem Spaten vor und schiebt danach den Spaten waagerecht unter die Grassode. Mehr zum Thema Rasen entfernen, finden Sie hier >

Wer möchte kann sich diesen Schritt ersparen und direkt zum nächsten springen. Man gräbt die Rasenfläche um. Bei kleineren Flächen kann man zu einem Spaten greifen. Bei mittel bis großen Flächen empfehlen wir den Einsatz einer Gartenfräse (auch bekannt als Motorhacke). Diese zerhackt den Rasen und gräbt den Boden bis etwa 40 cm Tiefe um.*

Man spart sich damit eine Menge Arbeit und Zeit. Kies und Sand optimieren die Bodenbeschaffenheit für die Blumenwiese. Schütten Sie beim Arbeiten mit der Motorhacke das Material auf den Boden und arbeiten Sie es sorgfältig ein. Das magert den Boden ab und verbessert das spätere Wachstum der Blumenweise.

 

Welche Samen sollte man für die Blumenwiese wählen?

Man sollte zu heimischen Wiesenblumen greifen, da diese auf unseren Böden am besten wachsen. Im Gegensatz zu gezüchteten fremden Wildblumen, wachsen heimische Blumen jahrelang. Weitere Entscheidungskriterien sind die Optik und die Eignung der Samen als Bienen- und Schmetterlingsweide.

Aber auch die Zusammensetzung von einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Wiesenblumen kann entscheidend sein. Einjährige Blumen leben nur eine Saison. Sie streuen jedoch Samen aus, weswegen sie auch über mehrere Jahre in der Blumenwiese erscheinen können.

Zweijährige Wiesenblumen bilden im Jahr der Aussaat leider keine Blüten. Diese entstehen erst im zweiten Jahr. Danach sterben sie ab und hinterlassen wertvolle Samen für die nächste Saison.

Mehrjährige Blumen erfreuen uns über mehrere Jahre bevor sie komplett absterben. Im Winter ist das oberirdische Kraut oftmals zwar nicht mehr zu sehen, dennoch wachsen sie zum Frühjahr wieder nach.

 

Welche Blumenwiese eignet sich besonders für Bienen?

Eine Blumenwiese für Bienen zeichnet sich durch eine ausgeprägte Nektar- und Pollenbildung aus. Sie zieht Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Zu Bienenweidepflanzen zählen u.a. Klatschmohn, Löwenzahn, Ringelblumen und Natterkopf. Besonders für Bienen geeignete Blumenwiesen werden oft erkenntlich gemacht.

Wir empfehlen diese heimische Blumensaat für eine Blumenwiese für Bienen*. Sie besteht aus mehr als 50 heimischen Pflanzensamen. Der Mix aus ein- und mehrjährigem Saatgut ist ideal für unsere Zwecke. Durch die Aussaat schafft man Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und Vögel.

Wie legt man eine Blumenwiese an?

Schritt 1: Unkraut jäten & Boden vorbereiten

Da die meisten Wildblumen auf eher sandigem und nährstoffarmem Boden wachsen, ist eine Vorbereitung des Bodens notwendig. Dazu jätet man zunächst das sichtbare Unkraut. Dieses reißt man samt Wurzel heraus, um ein Nachwachsen zu verhindern.

Danach gräbt man den Boden um. Bei lehmhaltigen und schweren Böden muss viel Sand und/oder Kies eingearbeitet werden. Man arbeitet damit auf einen nährstoffärmeren Boden hin. Das Optimum ist das Erreichen einer Magerwiese mit wenigen Nährstoffen. Auf diesen Wachsen z.B. Nelken u. Skabiosen besonders gut.

Aber auch die Zwischenstufe der Fettwiese ist ein strebenswertes Ziel. Diese ist nährstoffreicher als die Magerwiese und dennoch siedeln sich auch hier gerne Wildblumen an.

Wer eine große Fläche zu bearbeiten hat, nimmt sich eine Motorhacke zur Hilfe. Das motorisierte Gerät gräbt bis zu 40 cm Tiefe nahezu von allein um.

Wurzeln und Steine entfernt man nach und nach aus der Erde. Die Erde wird zuletzt mit einer Harke planiert.

 

Schritt 2: Den zukünftigen Weg einplanen

Zur Pflege der Blumenwiese muss gegebenenfalls ein Weg freigehalten werden. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um den Zugang zur Blumenwiese zu planen. Aber auch Durchgänge zum Garten müssen jetzt bedacht werden.

Wir empfehlen in diesem Arbeitsschritt Bodenplatten für den Weg einzuarbeiten. Das erleichtert die Bewässerung und Pflege der Blumenwiese. Auch ist ein Weg ideal für Kinder, die die Welt der Insekten live miterleben wollen.

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Wer es natürlicher mag, kann den Weg im Nachhinein selbstverständlich auch in die Blumenwiese hineinmähen.

 

Schritt 3: Aussäen der Blumenwiese

Das Frühjahr ist perfekt für die Aussaat einer Blumenwiese. Die meisten empfehlen eine Aussaat zwischen April und Juni. Damit die einzelnen Blumen nicht um Wasser und Licht konkurrieren, sät man nur 2 – 3 Gramm pro Quadratmeter aus.

Um ein besseres Gefühl für die Aussaatmenge zu bekommen, vermischt man die Saat mit Sand. Mischen Sie ordentlich durch. Nun fällt es leichter abzuschätzen wie viel Samen wohin gehören. Bei größeren Flächen ist es sinnvoll das Samen-Sand-Gemisch auf mehrere Eimer aufzuteilen und die Gesamtfläche in Teilbereichen zu bearbeiten.

Das Austragen der Samen erfolgt per Hand. Mit Schwung wirft man die Samen auf die vorbereitete Fläche. Um die Saat vor Vögeln oder dem Abtragen durch den Wind zu schützen, nutzt man eine Rasenwalze zum Andrücken der Saatfläche.

Hat man keine Rasenwalze zur Hand kann man auch die Unterseite einer Schaufel nutzen. Trittbretter sind ebenfalls eine beliebte Wahl. Diese legt man auf dem Boden aus und drückt die Samen mit dem eignen Körpergewicht fest.

 

Schritt 4: Regelmäßig Bewässern

Die Erde wird in den ersten 4 bis 6 Wochen durchgehend feucht gehalten. Das ist im Herbst weniger problematisch als im Frühling. Die jungen Pflanzen können nur gesund wachsen, wenn sie in der Anfangsphase genügend Wasser zur Verfügung haben.

Oft werden in den ersten Wochen der Bewässerung noch Unkräuter sichtbar. Die Wurzeln und Samen haben nach dem Umgraben erneut die Chance zu wachsen. Besonders in den ersten Wochen kann es wichtig sein die Pflanzen samt Wurzeln zu entfernen.

Nach der Keimung darf man die Blumenwiese nicht mehr betreten. Das Gewicht des Körpers zerdrückt die jungen Wildblumen. Diese sterben anschließend ab. Man bewässert die Fläche stets von außen. Wer eine Gießkanne nutzt, kann schmale Laufwege durch die Blumenwiese festlegen.

 

Muss man eine Blumenwiese düngen?

Wir empfehlen eine Blumenwiese nicht zu düngen. Wildblumen wachsen am liebsten auf sandigen und nährstoffarmen Böden. Unkräuter und Gräser werden durch eine Düngung mehr gefördert als die Wildblumen. Das Unkraut macht sich breit und verdrängt jegliche andere Pflanzen.

 

Wie oft mäht man Blumenwiesen?

Blumenwiesen werden in der Regel einmal im Jahr gemäht. Im September nach der Samenreife greift man zur Sense, dem Wiesen- oder Balkenmäher. Den Schnitt lässt man ein paar Tage liegen, damit sich die Samen lösen und ggf. die Notreife erreicht wird. Insekten haben die Zeit die Pflanzen zu verlassen.

Dennoch ist es absolut notwendig den trockenen Schnitt nach ein paar Tagen zu entfernen. Durch das Abschneiden und Entfernen entzieht man dem Boden auf Dauer Nährstoffe. Da die meisten Böden ohnehin zu stickstoffreich für Wildblumen sind, ist auch das Mulchen kontraproduktiv. Die Wahrscheinlichkeit einer ausgeprägteren Artenvielfalt nimmt mit jedem Rasenschnitt zu.

Das Mähen mit dem gewöhnlichen Rasenmäher ist wenig erfolgsversprechend. Die dicken und hohen Halme werden nur mühsam durchtrennt.

 

Tipp: Die Blumenwiese individuell mit Zwiebelblumen ausstatten

Wer nicht genug Blumen in der Wiese haben kann, wird ein paar Zwiebelblumen ergänzen wollen. Narzissen, Schneeglöckchen oder Tulpen ergänzen das Bild der Blumenwiese. Selbstverständlich kann man diese problemlos integrieren.

Dazu pflanzt man die Blumenzwiebeln im Herbst vor der Aussaat ein. Wer seine Blumenwiese bereits angelegt hat, kann die Blumen auch im Herbst nach dem Mähen einpflanzen.

 

Welche Vorteile hat eine Blumenwiese?

Eine positive Auswirkung auf unser Ökosystem

Wir lieben unseren Rasen über alles. Dennoch muss man zugeben, dass durch das regelmäßige Mähen und Pflegen des Rasens Lebensraum für Insekten verloren geht. Eine Blumenwiese gleicht dieses Problem gut aus.

Die ein- und mehrjährigen Blumen ziehen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Aber auch Vögel und Igel finden in der Wiese Nahrung.

Nicht zuletzt wird man beim Betreten des Gartens von einer Vielzahl an Schmetterlingen begrüßt.

 

Minimaler Pflegeaufwand für maximale Optik

Der Pflegeaufwand ist im Vergleich zu Alternativen sehr gering. Ein Rasen muss regelmäßig gemäht, gedüngt, gesandet, gekalkt und vertikutiert werden. Diese Arbeiten bleiben einem erspart, wenn man der Natur seinen freien Lauf lässt. Die Bewässerungsarbeit ist in der Regel auch wesentlich geringer.

Optisch lässt sich eine Blumenwiese jedoch mindestens genauso gut sehen wie der gepflegte Rasen: in jeder Jahreszeit sieht diese zudem auch noch anders aus. Die Farben und Blüten der Blumen wandeln sich von Monat zu Monat.

 

Welche Nachteile hat eine Blumenwiese?

Eine Blumenwiese kann im Gegenteil zum Rasen nicht genutzt werden. Das Liegen, Spielen und Sporttreiben in der Blumenwiese schadet den Pflanzen. Auf einem robusten Rasen ist das hingegen problemlos möglich. Wer eine Nutzfläche für seinen Garten schaffen möchte, sollte eher einen Rasen in Betracht ziehen.

 

Alternativen zur reinen Blumenwiese

Die Entscheidung zwischen Rasen und Blumenwiese ist nicht bipolar. Es gibt auch gute Alternativen dazwischen. Zum Beispiel kann man die Ränder des Rasens für das Blühen von Wildblumen nutzen. Aber auch das Anlegen von Blumenbeeten als „Inseln“ im Rasen ist eine ansprechende Alternative.

Achtet man auf bienenfreundliche Pflanzen, kann man so auch etwas Gutes für unsere Umwelt tun.

 

Beste Ergänzung zur Blumenwiese: Insekten ein neues Zuhause bieten

Bienen helfen der Blumenwiese prächtig zu wachsen. Sie sind essenziell damit auch im nächsten Jahr genügend Samen für eine erneute Keimung vorhanden sind. Aber auch unserer Natur helfen Bienen weiter.

Wir empfehlen in unmittelbarer Nähe ein naturbelassenes Insektenhotel zu nutzen. Optimalerweise besteht es aus Holz und bietet über mehrere Jahre hinweg ein Zuhause für Bienen. Wir haben ein passendes Insektenhotel herausgesucht, das durch die verschiedenen Öffnungen für Ohrenkneifer, Bienen, Schmetterlinge und Marienkäfer bestens geeignet ist.

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