Klee im Rasen loswerden: Vorgehen & Ursachen erkennen

  • Unkraut

Über Klee im Rasen ist nicht jeder erfreut. Auch, wenn das vierblättrige Kleeblatt oft als Glücksymbol gilt, wollen viele Hobbygärtner lieber einen sauberen Rasen ohne zusätzliche Unkräuter. Doch es gibt Abhilfe, wie man Klee im Rasen loswerden kann.

 

Wie vermehrt sich Klee im Rasen?

Der Weißklee kommt am häufigsten vor und breitet sich oberirdisch über Kriechtriebe aus. An den Auflagepunkten dieser Triebe bilden sich neue Wurzeln. Rotklee hingegen bildet seine Ausläufer unterirdisch. Auch die Vermehrung über Samen trägt zur raschen Verbreitung bei.

Klee im Rasen loswerden

 

Klee im Rasen loswerden: 10 effektive Methoden

Düngung gegen den Klee

Damit der Rasen den Klee verdrängen kann, muss er regelmäßig gedüngt werden. Nur so können sich die Gräser langfristig gegen die lichtraubenden Unkräuter durchsetzen. Dabei ist zu beachten, dass unser Rasen mehr Stickstoff zum Wachsen benötigt als Klee.

Nun könnte man meinen, dass der Griff zum gewöhnlichen Rasendünger ideal ist. Immerhin enthält dieser genug Stickstoff. Aber: Der im handelsüblichen Rasendünger enthaltene Phosphat-Anteil stärkt das Unkraut enorm.

Es müssen also Alternativen her. Wer Klee im Rasen loswerden will, muss zu phosphatarmem (aber stickstoffreichem) Dünger greifen.

Hornmehl erfüllt genau diese Eigenschaften. Die aus Rinderhorn gewonnen Späne sind besonders stickstoffreich und unterstützen das Wachstum der Gräser. Gleichzeitig ist jedoch weniger Phosphat enthalten, welches dem Klee den nötigen Schub verleihen würde.

Gedüngt wird zwei bis drei Mal im Jahr. Idealerweise fängt man mit dem Düngen im April an. Im Juni bereitet man den Rasen mit einem zweiten Durchgang auf die Sommerhitze vor. Im Oktober wird mit einer Langzeitdüngung der Winter überbrückt. Im Frühjahr stehen so direkt genügend Nährstoffe zur Verfügung.

Wer Klee aus dem Rasen entfernen will, jedoch kein Hornmehl einsetzen möchte, wird mit Rasendünger mit Unkrautvernichter gute Ergebnisse erzielen. Zu beachten ist, dass nicht jeder Rasendünger mit Unkrautvernichter auch gegen Klee wirksam ist. Wir haben jedoch einen herausgesucht, der zumindest gegen Weißklee (am häufigsten vorkommend) Wirkung zeigt.


Rasendünger

Vorgehen bei der Düngung gegen den Klee:

  1. Den Rasen mähen: Eine Schnitthöhe von minimal 4 cm Höhe bewirkt, dass die Gräser neben dem Klee noch an genug Licht gelangen. Der Rasen muss auf jeden Fall gemäht werden, damit das Hornmehl den Boden leicht erreicht.
  2. Hornmehl in den Streuwagen füllen & Einstellungen vornehmen: Füllen Sie etwa 50g pro Quadratmeter in den Wagen. Das macht je 100m² etwa 5 kg aus.
  3. Dünger auf der Rasenfläche austragen: Der Dünger wird in Bahnen auf der Rasenfläche ausgetragen. Zu beachten ist, dass sich die Bahnen nicht überlappen, um eine Überdüngung auszuschließen.

 

Schnitthöhe beim Rasenmähen anpassen

Ein von Klee befallener Rasen darf minimal 4 cm tief gemäht werden. Den Unkrautsamen wird so die Lichtzufuhr erschwert. Die Gräser bleiben lang genug, um neben den flächendeckenden Blättern des Klees selbst an genug Licht zu gelangen.

Mehr als sonst, muss man möglichst alle Fehler beim Rasenmähen vermeiden, um den Rasen nicht unnötig zu schwächen. So ist das Mähen am Mittag bei praller Sonne beispielsweise zu vermeiden. Mehr zum Rasenmähen und allen Fehlern, die Anfänger machen, gibt es hier >

 

Vertikutieren gegen Klee im Rasen

Beim Vertikutieren werden Schlitze in den Rasen gefräst. Diese sorgen für eine verbesserte Sauerstoffversorgung. Die Kriechtriebe des Klees werden entfernt. Aber auch die Entfernung von Moos und Rasenfilz verbessern die Zugänglichkeit für Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe zum Boden.

So wird das Wachstum des Rasens gefördert und das des Klees geschwächt:

  1. Im April und/ oder September wählt man einen trockenen, jedoch milden Tag aus
  2. Der Rasen wird auf 4 cm heruntergemäht
  3. Die Rasenfläche wird mit dem Vertikutierer in Bahnen bearbeitet
  4. Optional: Die Düngung ist jetzt besonders effektiv. Tragen Sie das Hornmehl der Düngung jetzt aus, um bestmögliche Ergebnisse zu erlangen.

 

Unkrautvernichter, um Klee zu vernichten

Unkrautvernichter greift zweiblättrige Pflanzen an, ohne den Rasen zu beschädigen. Klee kann so aus dem Rasen entfernt werden. Bei und nach der Ausbringung sollte es warm und trocken sein. Ein paar Stunden zuvor sollte der Rasen bewässert worden sein.

Auch zu beachten ist, dass der Rasen bis zu 4 Tage vor der Ausbringung nicht gemäht werden darf. Auch die Bewässerung sollte erst mindestens 2 Tage nach Ausbringung erfolgen. Idealerweise bringt man den Unkrautvernichter am Abend aus, um vor zu schnellem trocknem zu schützen.

Aufgrund der Rhizombildung der Kleepflanzen berichten einige jedoch von mangelnder Effektivität gegen alle Arten von Klee.

Unkrautvernichter sollte stets die letzte Lösung sein. Das Herbizid belastet die Umwelt. Wir empfehlen stets zunächst alle umweltverträglichen Methoden auszuprobieren, bevor man zu härteren Mitteln greift. Beachten Sie stets alle Anweisungen des Herstellers.

 

Klee manuell entfernen & neu säen

Am einfachsten ist die manuelle Entfernung von kleiner befallenen Flächen. Dazu sticht man den, vom Klee befallenen, Bereich senkrecht mit einem Spaten vor. Dann schiebt man den Spaten waagerecht unter die Grassode und trägt diese inklusive des Klees und deren Wurzeln ab.

Nun füllt man die Kuhle mit Erde aus und sät neuen Rasen nach. Eine tägliche Bewässerung ist insbesondere in den ersten zwei Wochen erforderlich, damit die jungen Gräser überleben.

Wer weniger radikal vorgehen will, kann auch einen Unkrautstecher verwenden. Zu beachten ist, dass auch die breiten Wurzeln zu entfernen sind und alle Kriechtriebe herausgerissen werden.

 

Klee im Rasen mit Folie abdecken

Der Klee wird mit einer lichtundurchlässigen Folie abgedeckt. Die Kanten der Folie werden beschwert. Nach eins bis zwei Monaten deckt man den Teil des Rasens wieder auf und entfernt alle abgestorbenen Pflanzen mit einem Rasenrechen. Bei regelmäßiger Bewässerung setzt sich der regenerierte Rasen gegen den Klee durch.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass auch die Gräser bewusst beschädigt werden. Wer auf schnellen Erfolg hinaus ist, sollte den Klee lieber nach und nach händisch entfernen oder andere Methoden anwenden. Das Abdecken entzieht nicht nur Licht, sondern hemmt durch den mangelnden Sauerstoff die Aktivität der Bodenlebewesen.

 

Hilft Kalken gegen Klee im Rasen?

Weißklee wird mit einer Kalkung gefördert. Sauerklee kann sich durch das Kalken hingegen zurückziehen. Dennoch sollte man den Rasen stets nur kalken, wenn ein pH-Wert unter 5 festgestellt wird. Das Kalken auf Verdacht kann dem Rasen wichtige Nährstoffe blockieren und diesen schwächen.

Auch interessant:  Herbizid gegen Quecke im Rasen - Gibt es sowas überhaupt?

Die Folge ist, dass sich die Unkräuter nach der Kalkung noch weiter ausbreiten. Der ideale pH-Wert eines Rasens liegt zwischen 5,5 und 7. Da Kalk den pH-Wert über längere Zeit erhöht, sollte man sich stets sicher sein, dass der Boden die Gräser diese Änderung vertragen.

Wie man den pH-Wert prüfen kann und was es sonst noch beim Kalken des Rasens zu beachten gibt, haben wir hier gesondert durchleuchtet >

 

Klee mit kochendem Wasser übergießen

Kochend heißes Wasser mit über 90°C zerstört die Zellstruktur des Klees. Insbesondere bei mehrfachem Übergießen stirbt das Unkraut ab. Jedoch werden auch alle anderen Pflanzen (auch der Rasen) damit beschädigt.

Diese Methode eignet sich dementsprechend nur bedingt. Wer ohnehin vorhat den Rasen nachzusäen und eine Alternative zum Abdecken sucht, kann mit kochendem Wasser ggf. einen Erfolg gegen Klee im Rasen erzielen.

 

Sollte man Essig gegen Klee im Rasen verwenden?

Essig beschädigt nicht nur den Klee, sondern auch den Rasen. Zudem kann der pH-Wert des Bodens an der behandelten Stelle weit sinken. Auch Kleinstlebewesen werden in nächster Umgebung abgetötet. Da der Einsatz von Essig nicht nur rechtlich sehr umstritten ist, raten wir stets vom Einsatz auf Rasenflächen ab.

 

Abbrennen der Pflanzen

Das Abbrennen entfernt den Klee oberflächlich. Wie auch bei vielen anderen Methoden, wird neben dem Klee jedoch auch der Rasen entfernt. Grundsätzlich spricht mit einer danach geplanten Nachsaat nichts gegen das Abbrennen des Unkrauts. Nichtsdestotrotz muss man im Hinterkopf behalten, dass die Wurzeln des Klees meist unbeschadet bleiben.

Ähnlich wie beim Abdecken der Fläche mit Folie, kann man auf die schnellere Regeneration des Rasens im Vergleich zum Klee setzen. Regelmäßige Bewässerung unterstützt den Prozess.

 

Wenn nichts hilft: Kann man den Klee auch einfach essen?

Wie müssen zugeben, dass man sicherlich nicht nachkommt den ganzen Klee zu essen. Wer hingegen alles versucht hat, kann versuchen umzudenken und sich den Klee zunutze machen.

Weiß- und Rotklee kann problemlos in kleineren Mengen gegessen werden. Gerichte können mit Klee verfeinert werden. Den Verzehr sollte man in größeren Mengen meiden, da Oxalsäuren vorhanden sind. Das klingt erstmal dramatischer als es ist. Diese Säuren sind nämlich in etwa gleicher Menge in Spinat und Rhabarber vorhanden.

Klee muss nicht unbedingt erhitzt werden und kann selbstverständlich auch einfach roh dem Essen hinzugefügt werden.

 

Kleearten erkennen und ihre Unterschiede

Wer Klee im Rasen loswerden möchte, wird von der Kenntnis der vorliegenden Kleeart profitieren. So kann man beispielsweise entscheiden, ob das Kalken des Rasens überhaupt in Betracht kommt.

Die einfachste Methode die Kleearten zu unterscheiden ist zwischen Mai und August auf die Farbe der Blüten zu schauen. Sind diese weiß, handelt es sich um Weißklee. Bei violetten Adern in der Blüte, kann man von Sauerklee ausgehen. Hornklee hingegen hat gelbe Blüten und breitet sich insbesondere auf stickstoffarmen Böden aus.

 

Welche Ursachen hat Klee im Rasen?

Zu seltene Düngung

Klee ist eine Leguminose und bildet durch eine Symbiose mit Knöllchenbakterien eigenen Stickstoff. Konkret heißt das, dass die Bakterien Stickstoff über die Luft aufnehmen und den Wurzeln des Klees zur Verfügung stellen.

Rasengräser sind hingegen auf eine regelmäßige Düngung angewiesen. Insbesondere durch das Rasenmähen werden nämlich regelmäßig Stickstoff, Phosphat und Kalium aus dem natürlichen Kreislauf entfernt. Zu seltene Düngung schwächt den Rasen, während sich Klee breitmachen kann.

 

Billige Gräser

Billige Gräser unterscheiden sich zu hochwertigen Gräsern in ihrer Wuchsdichte. Klee hat bei günstigen und minderwertigen Gräsern genug Raum, um sich auszubreiten und an genug Licht zu kommen. Hat sich der Klee einmal ausgebreitet, konkurriert er mit dem Rasen um Licht, Wasser und Nährstoffe.

 

Regelmäßige Bewässerung

Es gilt die Graspflanzen stark zu machen. Nur ein gesunder Rasen kann dicht wachsen und Unkräuter verdrängen. Wer seinen Rasen nicht regelmäßig mit 15 – 20 Litern pro Quadratmeter bewässert, wird früher oder später Probleme mit Unkraut bekommen.

 

Überblick von Vor- und Nachteilen von Klee im Rasen

Nachteile von Klee im Rasen

  • Insekten auf den Blüten können stechen
  • Unschön für Freunde eines gepflegten Rasens
  • Nimmt dem Rasen Licht und Nährstoffe

 

Vorteile von Klee

  • Eine Bienenweide, welche der Natur weiterhilft
  • Klee zur Verfeinerung von Speisen

 

Sonstige Fragen zu Klee im Rasen

Welche Folgen hat es Klee im Rasen zu lassen?

Wer den Klee im Rasen lässt, muss damit rechnen, dass er weiter den Rasen verdrängt. Mehr Insekten werden durch den Nektar der Blüten angelockt. Wer die Wiese als Spielwiese nutzen möchte, sollte regelmäßig mähen. Ansonsten sind keine Folgen zu erwarten.

 

Kann man mit Klee im Rasen mulchen?

Das Mulchen verteilt die Samen des Klees im Rasen und verhilft der Ausbreitung. Neben den großflächigen Kleeblättern raubt jetzt auch das zerhackte Gras die Lichtzufuhr. Bessere Alternativen sind den Rasenschnitt zu kompostieren und/ oder regelmäßiger zu düngen.

 

Kann man Klee im Rasen vorbeugen?

Wer eine hochwertige Rasensaat kauft, den Rasen regelmäßig bewässert, düngt und mäht wird Unkräutern weitestgehend vorbeugen können. Ein- bis zweimal im Jahr empfehlen wir zusätzlich den Rasen zu vertikutieren.

 

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