Rasen am Hang anlegen

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Die Anlage von Rasen am Hang birgt etliche Hürden. Zum einen ist die gleichmäßige Aussaat insbesondere für Laien eine wahre Herausforderung und zum anderen werden die Rasensamen mit jeder Bewässerung heruntergespült.

Doch es gibt für jede Herausforderung auch die passenden Lösungen. Wer einen Rasen am Hang anlegen will, wird hier alle Antworten auf seine Fragen bekommen.

Rasen am Hang anlegen

 

Welche Rasenmischung eignet sich zur Aussaat am Hang?

Böschungsrasen* eignet sich am besten für die Aussaat am Hang. Der Rasen besteht aus schnellwurzelnden Gräsern, die sich innerhalb von zwei Tagen verankern. Dazu gehören beispielsweise Rotschwingel (festuca rubra) oder deutsches Weidelgras (lolium perenne).

Die schnelle Bildung von Wurzeln ist für die Anlage am Hang besonders wichtig, da man mit jeder Bewässerung Gefahr läuft die Rasensamen runterzuspülen.

 

Böschungsmatten: Geheimtipp zur sicheren Aussaat

Als bessere Alternative zur Aussaat haben sich Böschungsmatten zur Begrünung* am Hang gezeigt. In den biologisch abbaubaren Zellulosematten sind Rasensamen und Dünger integriert. Die Matten werden von oben nach unten in Bahnen verlegt. Das Verrutschen verhindert man durch eine 1,5 cm dicke Erdschicht und Erdankern.

Nach etwa 4 bis 5 Monaten hat sich der Stoff der Matte vollkommen aufgelöst. Der Rasen wird selbstverständlich schon lange davor sichtbar. Die Zellulosefasern haben außerdem den Vorteil, dass sie Wasser besser speichern. Das ist insbesondere in den ersten Wochen für Startwachstum sehr wertvoll.

 

Rasen am Hang anlegen: 5 konkrete Schritte zur Hangbegrünung

Um einen Rasen am Hang anzulegen, entfernt man zunächst Unkraut und andere Pflanzen. Die Fläche wird oberflächlich umgegraben. Der Hügel wird geglättet und waagerecht eingearbeitete Rillen fangen die Samen bei der Bewässerung auf. Zuletzt düngt man und sät danach den Rasen aus.

Schritt 1: Unkraut und andere Pflanzen entfernen

Zunächst entfernt man Unkraut und andere Pflanzen (idealerweise mit Wurzel). Hohes Gras kann mit einem Freischneider gemäht werden. Stets sollte beim Arbeiten am Hang auf die Sicherheit geachtet werden.

Wer einen leichten Rasenmäher besitzt, kann auch diesen benutzen. Beim Rasenmähen arbeitet man in Querrichtung zum Hang, sodass der Rasenmäher nicht zur Last wird. Steigungen über 30° sollten nur mit zusätzlicher Sicherung per Seil gemäht werden.

Schritt 2: Den Rasen oberflächlich umgraben

Nun muss die Fläche oberflächlich umgegraben werden. Etwa 20 cm reichen in der Regel aus, damit der Rasen ideal wächst. Ist der Hang hingegen zu steil, um ihn so tief zu bearbeiten, bearbeitet man die Fläche zumindest so tief wie möglich mit einer Harke.

Schritt 3: Hang glätten, Rillen einarbeiten und bewässern

Nun zerkleinert man grobe Erdklumpen und glättet im Hang Unebenheiten mithilfe einer Harke aus. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden werden waagerechte Rillen eingearbeitet. Herabfallende Samen werden durch diese aufgefangen.

Nun bewässert man den Hang mit zerstäubtem Strahl. Die zukünftige Rasenfläche muss deutlich nass sein. Wer einen Rasen am Hang anlegen will, muss die Bewässerung ausnahmsweise vor der Aussaat durchführen. Liegen die Rasensamen beim Befeuchten bereits auf der Fläche drohen sie von dem Wasser runtergespült zu werden.

Schritt 4: Gegebenenfalls Startdünger ausbringen

Start-Dünger ist insbesondere zur Beschleunigung des Startwachstums an Hanglagen sinnvoll. Der Dünger wird frühstens 2 Wochen vor und spätestens mit der Aussaat ausgebracht.

Zur Ausbringung fährt man die Bahnen quer mit dem Streuwagen ab. Bei besonders steilen Hängen empfehlen wir den Dünger von Hand auszubringen. Handschuhe schützen die Haut beim Arbeiten.

Der hohe Phosphoranteil bewirkt eine kräftige Wurzelbildung, welche insbesondere am Hang sehr wichtig für einen festen Halt ist.

Wer eine Rasenmatte verwendet, muss darauf achten, ob die Matte bereits integrierten Dünger hat. Ist kein Dünger bereits in der Matte integriert, kann man getrost eine Startdüngung durchführen.

 

Schritt 5: Rasen säen bzw. Rasenmatte auslegen

Gesät wird am Hang per Hand oder in waagerechten Bahnen mit dem Streuwagen. Die Samen bleiben am nassen Boden besser hängen. Etwa 25 – 30 g/m² reichen aus, um ein dichtes Wachstum zu erreichen.

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Wer sich für eine Rasenmatte entschieden hat, rollt diese von oben nach unten aus. Mithilfe von Erdankern wird die Matte fixiert. Eine etwa 1,5 cm dicke Erdschicht schützt die Rasensamen zusätzlich und gibt weiteren Halt.

 

Wann kann der Rasen am Hang das erste Mal gemäht werden?

Wie auch beim Rasen im ebenen Bereich, muss man warten bis der Rasen sich verankert hat. Hat das Gras erstmalig etwa 8 cm erreicht, kann man den Hang getrost mähen. Dieser Moment kann bereits nach 5 Wochen erreicht sein.

Wer zu früh mäht riskiert, dass die Pflanzen inklusive Wurzel herausgerissen werden. Wer sich nicht sicher ist, kann an einer kleinen Stelle abschätzen, wie viel Kraft man zum Entfernen der Gräser schon aufwenden muss.

 

Haben Sie an die Pflege danach gedacht?

Wer einen Rasen am Hang anlegen will, sollte sich vorher auch Gedanken über die spätere Pflege machen. Rasenmähen ist in einer solchen Lage besonders anstrengend. Beträgt die Steigung über 30° raten wir stets davon ab. Eine solch steile Fläche kann ohnehin nicht richtig genutzt werden.

Auf jeden Fall muss man einen Rasenmäher für Hanglagen bereithalten, der wendig ist und wenig wiegt. Wir empfehlen hierzu einen Akku-Rasenmäher für kleine Flächen zu nehmen. Das Arbeiten mit dem Freischneider ist natürlich eine weitere Option.

 

Pflegeleichte Alternativen zum Rasen am Hang

Auch, wenn sich diese Webseite rund um das Thema Rasen dreht, müssen wir zugeben, dass nicht immer Rasen die beste Wahl ist. Wer einen sehr steilen Hang begrünen möchte, wird sicherlich auch bessere Alternativen finden. Wir möchten auf ein paar Möglichkeiten eingehen, die leichter zu pflegen sind.

Wildblumenwiese am Hang

Das Vorgehen zum Anlegen einer Wildblumenwiese am Hang ist sehr ähnlich der des Rasens. Der einzige Unterschied besteht in den Samen, welche man verwendet.

Wildblumenwiesen sind besonders pflegeleicht. Man muss sie nur selten bis gar nicht mähen. Am Hang empfehlen wir eine mehrjährige Blumenwiese anzulegen, um weitere Arbeit zu begrenzen.

Sie ist nicht nur ein wahrer Blickfang, sondern auch ein Paradies für Bienen und Schmetterlinge.

 

Terrassierung mit Blumen

Bei der Terrassierung wechseln sich senkrechte und waagerechte Flächen ab. Treppenähnlich kann man die waagerechten Flächen bepflanzen. Der Kreativität lässt man freien Lauf. Besonders beliebt ist der Einsatz von Pflanzsteinen.

In diese füllt man Erde auf und kann sich unterschiedlicher Pflanzen erfreuen. Wer es schlichter mag, kann auch die waagerechten Flächen mit Rindenmulch bedecken und vereinzelt Büsche anpflanzen. Man hat Freiheiten den Hang nach seinem eigenen Geschmack zu gestalten.

 

Fazit: Rasen am Hang ist möglich mit der richtigen Saat

Wer einen Rasen am Hang anlegen möchte, wird mit falscher Rasensaat Probleme bekommen. Die Samen verwurzeln sich zu langsam und werden den Hang hinabgespült.

Mit schnellwurzelnden Rasensorten oder einer Rasenmatte ist die Begrünung des Hangs jedoch absolut kein Problem.

 

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