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Rasen liegt flach & wächst quer

Ihr Rasen liegt flach und die Gräser wachsen seitlich statt aufrecht? Auch, wenn es kein seltenes Bild ist, sollte man das Wachstum im Auge behalten. Nicht selten kann es auch sein, dass sich Ungräser in ihren Rasen geschlichen haben.

Wir besprechen alle Ursachen, Maßnahmen und Nachteile von flachliegendem Rasen.

Rasen liegt flach und wächst quer

 

(Oft unscheinbare) Nachteile, wenn der Rasen seitlich wächst

Rasenmähen erschwert

Liegt der Rasen flach, wird das Rasenmähen erschwert. Die Gräser werden nicht mehr gleichmäßig geschnitten. Flach liegende Halme kann der Mäher nicht erfassen. Insbesondere Rasenmäher, die keine eigene Sogwirkung entwickeln (wie zum Beispiel Spindelmäher), haben es schwer.

 

Unkraut wächst besser

Wächst der Rasen quer, decken einzelne Halme das Sonnenlicht anderer Gräser ab. Einzelne tiefere Bereiche des Rasens können nicht mehr ordentlich wachsen und es entstehen auf lange Sicht Lücken.

Diese sind wiederum eine Einladung für Unkräuter mit geringen Ansprüchen. Sie kommen gut mit dem Lichtmangel zurecht und durchdringen den Rasen.

 

Ursachen, wenn der Rasen flach liegt

Kaliummangel schwächt die Zellstruktur

Genügt ein Tritt auf die Fläche und der Rasen legt sich um? Dann hat man es vermutlich mit Kaliummangel zu tun.

Kalium ist zuständig für die Festigkeit der Pflanze und stärkt die Zellstruktur. Dementsprechend hält eine kaliumarme Rasenfläche bereits leichteren Belastungen nicht stand. Der Rasen richtet sich nicht mehr bzw. nur noch sehr langsam auf.

Um den Kaliummangel auszugleichen, empfehlen wir einen Kalium Spezialdünger auszutragen. Dazu fährt man mit dem Steuwagen etwa 60g/m² aus. Das Granulat löst sich auf und wird über das Wasser vom Boden aufgenommen.

Etwa 2 Wochen nach Düngung hat der Rasen in der Regel wieder seine alte Festigkeit und legt sich nicht mehr um.

 

 

Mangelnde Bewässerung lässt den Rasen welken

Auch, wenn es offensichtlich erscheint, tun sich viele Hobby-Gärtner mit der Bewässerung schwer. Damit der Rasen ein robustes und tiefes Wurzelwerk entwickelt, sollte man lange und ausgiebig, aber dafür seltener wässern.

Die Wurzeln des Rasens haben einen Anreiz auch in die tieferen Regionen des Bodens vorzudringen. Wer hingegen selten oder nicht genug wässert, wird einen nachgiebigen Rasen haben. Kurz vor der Welke ist der Rasen schlaff und bekommt ggf. eine eher bläuliche Farbe.

Der Rasen liegt flach, um zuletzt in brauner Farbe zu erscheinen. Bewässert werden sollte stets mit etwa 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter.

 

Stickstoffüberschuss: Gräser schießen in die Höhe

Stickstoff ist zwar ein benötigter Nährstoff, dennoch gilt: Alles ist nur in Maßen gesund. Wenn der Rasen flach liegt, ohne dass der Rasen kurz vorher belastet wurde, liegt das häufig an einer Überdüngung.

Durch den hohen Stickstoffgehalt schießt der Rasen enorm in die Höhe und dicke Blätter sind das Resultat. Der Rasen bekommt eine dunkelgrüne Färbung. Das rasante Wachstum geschieht jedoch auf Kosten der Stabilität. Der Rasen legt sich um, da es nicht in der Lage ist das Gewicht zu tragen.

Maßnahmen gegen einen Stickstoffüberschuss:

Man wässert den Rasen ausgiebig mit 20 Litern pro Quadratmeter. Das Wasser verdünnt den Dünger und spült die Nährstoffe in tiefere Erdschichten. Da die Wurzeln des Rasens maximal 15 cm tief reichen, hat der Stickstoff keinen Einfluss mehr auf den Rasen.

Die betroffenen Stellen müssen durch das rasante Wachstum nun auch häufiger gemäht werden. Mit jedem Mähvorgang werden Nährstoffe (also auch das Stickstoff) aus dem Kreislauf entfernt.

 

Rasenmäher-Roboter mäht zu oft

Hat man einen Rasenmäher-Roboter kann es bei zu häufigem Mähen vorkommen, dass die Gräser flachliegen. Da hilft es die Halme mit einem Rasenrechen aufzustellen und gelegentlich zu einem gewöhnlichen Rasenmäher zu greifen.

Reduzieren Sie auch das Intervall des automatisierten Mähens. Ein platter Rasen kann durch regelmäßiges Aufstellen der Gräser mit dem Rechen vermieden werden.

 

Ungräser haben sich eingeschlichen

Tatsächlich kann es sein, dass sich in den Rasen Ungräser eingeschlichen haben. Nicht immer, wenn der Rasen flach liegt, sind es die ursprünglichen gesunden Gräser. Die unschönen Rispenarten schleichen sich in den Rasen ein und sind bekannt dafür quer im Rasen zu liegen.

Unterscheiden sich die flachen Pflänzchen der Rasenfläche vom restlichen Teil, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Rasen durch Ungräser quer wächst.

Sie schleichen sich über die Luft, Vögel oder Rasenmischungen ein.

 

Gemeine Rispe hat sich eingeschlichen

Die gemeine Rispe wird auch poa trivialis genannt. Sie hat breitere Blätter. Sind die flachen Stellen hellgrün und entwickeln später rote Stängel, kann man sich sicher sein, dass es sich um Poa trivialis handelt. Das Aussehen ähnelt sehr der Hirse. Die Blattunterseite ist glänzend, während die Blattscheiden bräunlicher sind.

Auch interessant:  Torf für Rasen » Diese 5 Alternativen sind besser für den Rasen!

Die gemeine Rispe bevorzugt stark bewässerte Flächen. Im Sommer vertrocknet sie schnell und erscheint in brauner Farbe.

 

Einjährige Rispe hat sich eingeschlichen

Auch das einjährige Rispengras (Poa annua) ist heller als der Rasen. Bereits bei kleinem Wachstum verfügt sie über helle Blüten. Die Pflanze hat kurze Kriechtriebe und blüht vom frühen Frühling bis zum Herbst.

Als Boden bevorzugt die einjährige Rispe besonders stickstoffhaltige, verdichtete und feuchte Böden. Das Ungras ist durch die ständige Blütenbildung besonders unbeliebt.

 

Maßnahmen gegen die Ungräser:

Nachsäen von lichten Stellen

Insbesondere das in vielen Rasensamen-Mischungen vorhandene deutsche Weidelgras ist eine Konkurrenz für die unerwünschten Rispen. Liegt der Rasen stellenweise flach, kann das Nachsäen von kahlen Stellen mit dem deutschen Weidelgras, lolium perenne, sinnvoll sein.

Da das Weidelgras schnell treibt und der Rasen dadurch dichter wird, verdrängt es die flach wachsenden Gräser.

Insbesondere Nachsaat-Rasen besteht aus den schnelltreibenden Gräsern. Wir empfehlen die Ungräser weitmöglichst mit einem Unkrautstecher oder von Hand zu entfernen und mit einer solchen schnellwachsenden Nachsaat zu bearbeiten.

 

Das sollte man beim Ausstechen beachten

Beim Ausstechen ist stets zu beachten, dass die flach wachsenden Gräser auf den Biomüll sollten. Die Wurzeln und Samen würden sich ansonsten weiterverbreiten. Insbesondere der Kompost ist ungeeignet, da in den meisten Gärten eine Kaltrotte stattfindet, bei der die Samen weiter keimfähig bleiben.

Die betroffenen Stellen füllt man mit etwas Erde nach und sät mit oben erwähnten Rasensamen nach.

 

Regelmäßig Rasenmähen gegen Samenbildung

Regelmäßiges Rasenmähen verhindert die Samenbildung. Der Rasen sollte möglichst nie über 8 cm hoch wachsen, da sich die Ungräser ansonsten schneller vermehren.

Wenn möglich mulcht man den Rasen auch nicht. Man reduziert nicht nur den Stickstoffanteil im Rasen, sondern verringert auch die Verbreitung.

 

Bewässerungsintervall anpassen

Da das einjährige Rispengras und die gemeine Rispe eine ausgiebige und häufige Bewässerung bevorzugen, kann man mit dem Bewässerungsintervall experimentieren.

Man bewässert den Rasen seltener und ausgiebiger. Die Ungräser werden in der Regel schneller braun und werden so geschwächt. Der Rasen kann es hingegen besser einstecken, wenn er nur alle 2 Wochen intensiv bewässert wird.

Idealerweise schaut man sich dazu auch genau den Wetterbericht an. Die Kombination zwischen manuellem Entfernen, Anpassen der Bewässerungsintervalle und dem Nachsäen verdrängt die Ungräser.

 

Unkrautvernichter hilft nicht

Unkrautvernichter helfen gegen Ungräser nicht. Liegt der Rasen flach müssen andere Methoden her. Die Herbizide für den Rasen greifen nicht gegen einblättrige Pflanzen, da sie ansonsten den Rasen schädigen würden.

 

Was tun, wenn man nicht genau weiß, woran es liegt?

Dass der Rasen seitlich wächst oder sich schnell umlegt, kann wie beschrieben viele Gründe haben. Wenn man sich nicht sicher ist, beobachtet man das Wachstum weiterhin und pflegt den Rasen wie gewohnt.

Werden die flachen Stellen im Rasen braun, wird es sich wahrscheinlich um ein Ungras handeln. Suspekte Stellen kann man in jedem Fall ohnehin immer nachsäen. Das wird selten schaden.

Bei einer Düngung trägt man das Granulat stets gleichmäßig aus, um eine punktuelle Überdüngung zu vermeiden. Organischer Dünger ist bei Sorgen vor Überdüngung besonders gut geeignet, da er nur langsam aufgenommen wird.

 

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