Rasen richtig mulchen & die häufigsten Fehler

Rasen richtig mulchen & häufige Fehler
Viele Hobbygärtner meinen es gut und wollen dem Kreislauf des Rasens keine Nährstoffe entziehen. Will man dem Rasen nicht schaden, muss man jedoch die gängigen Fehler vermeiden und den Rasen richtig mulchen.

Die wohlgemeinte Rasenpflege kann ansonsten schnell in Rasenkrankheiten, Fäulnis und Rasenfilz resultieren.

 

Was ist der Unterschied zwischen Mulchen und Rasenmähen?

Beim Mulchen des Rasens wird der Rasenschnitt nicht im Fangkorb des Mähers gesammelt. Stattdessen zerkleinern die Messer die Gräser und verteilen sie erneut auf der Rasenfläche.

Am Boden wird der Rasenschnitt dann durch die Bodenlebewesen zersetzt. Mikroorganismen produzieren zugängliches Nitrat, welches den Pflanzen erneut notwendige Nährstoffe zur Verfügung stellt.

Beim normalen Rasenmähen entsorgt man den Rasenschnitt meist auf andere Weise. Dem natürlichen Nährstoffkreislauf werden u.a. Stickstoff, Phosphor und Kalium entzogen. Eine häufigere Düngung ist notwendig.

 

Die 8 häufigsten Fehler beim Mulchmähen

Feuchten Rasen mulchen

Feuchter Rasen ist aus mehreren Gründen nicht zum Mulchen geeignet. Zum einen verklebt der Rasenschnitt die Klingen des Mähers. Die Schnittleistung nimmt ab und die Gräser werden „abgeschlagen“ statt sauber durchtrennt.

Der für das Rasen mulchen wichtigere Grund ist, dass der Rasenschnitt feucht und verklumpt auf dem Rasen landet. Die Fläche wird stellenweise durch das abgeschnittene Gras zerdrückt. Oft stellt man in diesem Kontext Fäulnis der Gräser fest.

 

Mulchen während der Mittagssonne

Beim Mulchen werden die Gräser durchtrennt. Gespeicherte Flüssigkeit hat leichtes Spiel über die Spitzen zu entweichen. Wer den Rasen richtig mulchen will, sollte abwarten bis die Sonneneinstrahlung abnimmt.

Der frühe Morgen oder Abend sind die besten Zeitpunkte, um den Rasen zu mulchen.

 

Rasen mulchen bei starkem Unkrautbefall

Hat der Rasen eine Höhe erreicht, bei dem das Unkraut bereits Samen gebildet hat, empfehlen wir den Rasen nicht zu mulchen.

Unkräuter breiten sich durch das erneute Auswerfen des Rasenschnitts unglaublich schnell aus. Die kurz gemähte Fläche ermöglicht es den Unkrautsamen an ausreichend Licht zu gelangen. Wer sichergehen und den Rasen richtig mulchen will, mäht diesen mindestens 4 Tage vorher vor. Der Rasenschnitt inklusive Unkrautsamen wird außerhalb der Rasenfläche entsorgt.

 

Rasen mulchen bei zu hohem Rasen

Hoher Rasen erhöht auch die Menge des Rasenschnitts. Jeder Boden hat nur eine bestimmte Kapazität. Mäht man zu hohes Gras und lässt den gesamten Schnitt zum Mulchen liegen, kann die Sauerstoffzufuhr zum Boden erschwert werden.

Fäulnis, Rasenfilz und Rasenkrankheiten machen sich breit. Hat man zu hohes Gras, empfehlen wir mindestens 4 Tage vorher den Rasen ein erstes Mal zu mähen. Erst danach ist es möglich richtig zu mulchen.

Mulcht man mit einer zu großen Schnitthöhe, verfängt sich der Rasenschnitt im Rasen. Die Folge ist, dass die abgetrennten Pflanzen am Boden nicht verarbeitet werden können. Die Nährstoffrückfuhr scheitert. Wir empfehlen beim Mulchen stets eine Schnitthöhe von etwa 4 Zentimetern zu wählen, damit der Rasenschnitt auch garantiert zum Boden gelangt.

 

Der Rasen wird zu viel gekürzt

Unter Hobby-Gärtnern hat sich die 1/3-Regel etabliert. Der Rasen wird maximal um ein Drittel gekürzt. Will man den Rasen noch kürzer haben, muss man 4 Tage warten, bis sich die Gräser erholt haben.

Erst dann kann man den Rasenmäher mit Mulchfunktion erneut einsetzen.

 

Der Rasenschnitt wird nicht gleichmäßig verteilt

Zwar ist das Mulchen mit gewöhnlichem Rasenmäher unter Umständen auch möglich, dennoch haben diese einen entscheidenden Nachteil: Im Gegensatz zum Rasenmäher mit Mulchfunktion wird der Rasenschnitt nur ungleichmäßig ausgeworfen.

Man sollte diesen mit einer Harke oder einem Straßenbesen auf dem Rasen verteilen. Spindelmäher haben im Vergleich zu Sichelmähern dieses Problem seltener. Die Zentrifugalkraft des Mähbalkens des Sichelmähers schleudert den Rasenschnitt häufig zu den Seiten.

 

Ungemähte Stellen betreten

Man läuft beim Rasenmähen sowie beim Rasen mulchen immer auf den ungemähten Stellen. Das verhindert ein Umknicken der langen Gräser. Diese können aufrecht besser gemäht werden.

Der kleingehackte Rasenschnitt kann besser zum Boden gelangen. Querliegende Halme blockieren den Zugang zur Erde nicht.

 

Rasen wird vor dem Verteilen nicht zerkleinert

Wer seinen Rasen richtig mulchen will, muss auf eine ausreichende Zerkleinerung des Rasenschnitts achten. Rasenmäher mit Mulchfunktion übernehmen dies durch spezielle Klingen von allein. Wer jedoch den Rasen beispielsweise mit einer Sense bearbeitet hat, darf lange Blätter nicht einfach auf der Rasenfläche liegen lassen.

Die einzelnen Gräser müssen zunächst zerkleinert werden, um den Bodenlebewesen leichtes Spiel zu machen. Nur durch eine vorherige mechanische Zerkleinerung kann man ausschließen, dass aus den Gräsern eine tote schwer durchdringliche Rasenfilzschicht entsteht.

 

Mögliche Folgen, wenn man den Rasen falsch mulcht

Es gibt auch Folgen, wenn man den Rasen nicht richtig mulcht und Fehler begeht:

Rasenfilz entsteht

Rasenfilz entsteht, wenn Bodenlebewesen den Rasenschnitt nicht ordentlich verarbeiten können. Häufig ist dies auf lehmhaltigen schweren Böden der Fall, bei denen das Bodenleben ohnehin begrenzt ist. Die tote Schicht von Pflanzenresten muss mechanisch zum Beispiel durch das Vertikutieren des Rasens entfernt werden.

Ansonsten blockiert die schwer durchlässige Schicht die Sauerstoff-, Nährstoff- und Wasserzufuhr zum Boden. Neue Gräser haben Schwierigkeiten sich durch die abgestorbene Decke durchzusetzen.

Abhilfe kann ein Bodenaktivator für den Rasen schaffen, welcher die Zersetzung von Rasenschnitt ankurbelt.

 

Lücken im Rasen

Verklumptes Mulchmaterial, Rasenfilz und die daraus resultierende Erstickung von Graspflanzen reduzieren das vitale Wachstum. Häufig entstehen kleine Lücken im Rasen, sodass dieser nicht mehr dicht wirkt.

Weniger anspruchsvolle Unkräuter haben bei einer lückenhaften Grasnarbe die Chance sich problemlos auszubreiten. Wir empfehlen betroffene Stellen jährlich nach dem Vertikutieren nachzusäen, um die Verbreitung von ungewollten Pflanzen zu stoppen.

 

Rasenkrankheiten

Rasenkrankheiten machen sich besonders gut breit, wenn der Rasen mit viel feuchtem Rasenschnitt bedeckt ist. Generell ist es zu vermeiden, dass beim Mulchen der Rasenschnitt den Rasen bedeckt.

Passiert das dennoch, haben Rasenkrankheiten leichtes Spiel. In dem feuchten Klima mit geringer Luftzirkulation können sie sich schnell breitmachen.

 

Fazit: Rasen mulchen hat Vorteile, aber nur wenn man keine Fehler macht

Den Rasen zu mulchen ist eine gute Möglichkeit, um im besten Fall auf eine Düngung im Jahr zu verzichten. Der natürliche Nährstoffkreislauf wird aufrecht erhalten und man muss sich keine Sorgen um die Entsorgung des Rasenschnitts machen.

Fehler schaden dem Rasen jedoch enorm. Generell sind die wichtigsten Regeln bei Trockenheit zu mulchen und nur kleingehackten Rasenschnitt auf kurzem Rasen auszuwerfen. Damit hat man bereits einen großen Teil der potenziellen Fehlerquellen umgangen.

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