Rasen wurde überdüngt » Die 5 besten Maßnahmen bei Überdüngung

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Rasen überdüngt
Kaum ist man kurz unvorsichtig ist der Streuwagen falsch eingestellt und der Rasen überdüngt. Egal, ob man es kurz nach der Ausbringung merkt oder erst ein paar Wochen danach merkt, muss man Maßnahmen ergreifen.
Der Rasen verbrennt oder droht zu verbrennen, wenn man nichts unternimmt. Doch warum wird der Rasen durch eine Überdüngung braun? Und was kann man tun, wenn zu viel Rasendünger auf dem Rasen gelandet ist?

 

Direkt zu den Maßnahmen:

 

Mögliche Folgen, wenn der Rasen überdüngt wurde

Bei einer Überdüngung vertrocknet der Rasen. Oftmals sind bei der Ausbringung mit dem Streuwagen trockene Streifen zu sehen. Aber auch gelb-braune Flecken kommen häufig vor.

Man spricht umgangssprachlich davon, dass der Rasen “verbrennt”. Den Gräsern wird durch ein Ungleichgewicht Wasser entzogen. Wasser bewegt sich normalerweise vom Boden mit niedriger Ionen-Konzentration zu den Zellen der Rasenpflanze. Der Rasen zieht das Wasser förmlich aus dem Boden heraus.

Bei einer Überdüngung ist die Ionen-Konzentration im Boden jedoch höher als in der Graspflanze. Das Resultat ist, dass dem Rasen Wasser entzogen wird. Die Pflanzen trocknen aus, werden braun und sterben letztendlich ab. Diese umgekehrte Osmose nennt man Exosmose.

 

Rasenüberdüngung in letzter Sekunde verhindern

Den Rasendünger von Hand einsammeln

Wer den Rasendünger erst vor Kurzem ausgetragen hat, kann den Rasen vor dem Verbrennen noch retten. Dazu müssen die Düngerkörner händisch herausgenommen werden. Handschuhe schützen die Haut.

 

Eine Harke oder einen Straßenbesen nutzen

Eine Harke oder ein Straßenbesen können helfen das Granulat zu entfernen. Besonders beim Übergang zu betonierten Flächen kann man mit einem Straßenbesen das Granulat herauskehren. Reste müssen dennoch händisch entfernt werden.

 

Die Sogwirkung des Rasenmähers nutzen

Eine spontane Idee meinerseits ist es die Sogwirkung des Rasenmähers zu nutzen. Üblicherweise vermeidet man das Rasenmähen nach dem Düngen, damit das Granulat nicht im Fangkorb landet. Diesen Effekt kann man sich jetzt gegebenenfalls zunutze machen. Der Mäher wird hoch genug eingestellt, sodass die Gräser nicht erneut geschnitten werden und dennoch das Granulat im Fangkorb landet.

Denken Sie daran den Fangkorb unmittelbar danach zu entleeren. Macht man dies nicht, kann durch die Feuchtigkeit des nächsten Rasenschnitts eine große Sauerei entstehen.

 

Wässern, wässern und wässern

Zuletzt wässert man die Rasenfläche intensiv. Je nachdem, wie viel Rasendünger noch übrig ist, kann man mit mehreren Stunden intensiver Bewässerung rechnen. Machen Sie Pausen dazwischen, um Staunässe zu vermeiden.

Die überschüssigen Nährstoffe werden über das Wasser verdünnt und aus der Erde herausgespült. Der Rasen wird so keiner Überdüngung ausgesetzt.

 

In nächster Zeit öfter Rasenmähen

Stickstoff sorgt für ein schnelleres Wachstum des Rasens. Mäht man den Rasen öfter, entnimmt man dem natürlichen Kreislauf Nährstoffe. Der Boden wird nährstoffärmer. Die Voraussetzung ist jedoch, dass man den Rasenschnitt von der Fläche entfernt.

Auf das Mulchen sollte in nächster Zeit verzichtet werden. Das zerkleinerte Gras würde von Mikroorganismen verarbeitet werden und der Stickstoff würde dem Rasen wieder hinzugeführt werden. Der Rasenschnitt sollte lieber kompostiert oder ordnungsgemäß entsorgt werden.

 

Was kann man tun, wenn der Rasen durch Überdüngung verbrannt ist?

Oftmals ist es jedoch schon zu spät und die Gräser sind trocken und braun. Dann hilft es nur noch den Rasen zu erneuern:

Schritt 1: Reste des alten Rasens entfernen

Im ersten Schritt entfernt man die Reste des alten Rasens. Dazu nimmt man eine Harke zur Hand und kämmt das trockene Gras heraus. Mit einem Spaten gräbt man im Anschluss die Erde etwa 15 cm tief um. Das entspricht der maximalen Wurzeltiefe. Wurzeln, Gräser, Unkraut und Steine werden aus der Erde entfernt.

 

Schritt 2: Den Dünger ausspülen

Hat man den Rasen überdüngt, sind die Nährstoffe meist noch in der Erde gespeichert. Nach dem Umgraben nimmt man den Gartenschlauch zur Hand und wässert die betroffene Stelle intensiv. Ziel ist es den Dünger aus der Erde auszuspülen.

Wer Bedenken hat, dass auch der neue Rasen überdüngt wird, kann die alte Erde mit neuem Mutterboden vermischen. Bei lehmhaltigen Böden raten wir zu Sand oder stark sandiger Erde zu greifen. Die Sandkörner dienen als natürlicher Abstandhalter in der Erde und verringern z.B. Verdichtungen.

 

Schritt 3: Lücke im Rasen planieren & aussäen

Nun planiert man die Erde mit einer Harke. Zur Nachsaat empfehlen wir eine Mischung mit dem schnellwachsenden Gras Lolium perenne und z.B. Poa pratensis zu wählen. Diese sind besonders robust und bevorzugen stickstoffreiche Böden. Auch wachsen sie schnell nach. Der Rasen ist also bald wieder betretbar.

Zur Nachsaat mit hohem Anteil an Lolium perenne (deutsches Weidelgras) nimmt man etwa 20 Gramm pro Quadratmeter. Da das Gras oberirdische Ausläufer bildet, verdichtet sich die Lücke wieder schnell.

Auch interessant:  Wann sollte man den Rasen düngen?

Selbstverständlich müssen auch die Rasensamen einer Nachsaat in den ersten Wochen permanent feuchtgehalten werden. Auch die intensive Bewässerung beim Anfangswachstum trägt dazu bei, dass die Konzentration des Düngers gesenkt wird.

Wir empfehlen die nachgesäte Stelle mit senkrecht eingestochenen Stöcken erkenntlich zu machen. Im Alltag vergisst man viel zu schnell, dass dort neue junge Gräser wachsen. Mit dem Betreten riskiert man das Absterben dieser.

 

Was sollte man bei den nächsten Düngungen beachten?

Der Rasen sollte 4 Tage vor der Düngung möglichst kurz gemäht werden. Bei der Düngung ist stets auf die Angaben des Herstellers zu achten. Insbesondere der Einsatz von mineralischen Düngern kann schnell im überdüngten Rasen resultieren.

Wer den Dünger mit dem Streuwagen ausbringt, sollte vermeiden in überlappenden Bahnen zu fahren. Dadurch können verbrannte Streifen im Rasen entstehen. Im Zweifel lässt man zwischen den Bahnen ein paar Zentimeter Freiraum.

Die Düngung sollte maximal drei Mal im Jahr erfolgen. Die Verabreichung der Nährstoffe kann man im Sommer bei durchschnittlicher Belastung des Rasens meist auch weglassen.

Da der Rasen bereits überdüngt wurde, empfehlen wir die nächsten Male auf organischen Dünger zu setzen. Experten sagen, dass eine Überdüngung mit einem solchen Dünger nahezu unmöglich sei. Grund hierfür ist, dass das organische Material erstmal durch Mikroorganismen abgebaut werden muss. Erst dann wird Nitrat freigesetzt, welches den Rasen düngt.

 

Andere mögliche Ursachen für einen braunen vertrockneten Rasen

Nicht immer sind braune Stellen im Rasen auf eine Überdüngung zurückzuführen. Prüfen Sie gerne auch auf andere Ursachen, um gegebenenfalls auszuschließen, dass der Rasen überdüngt wurde:

Hundeurin im Rasen

Hundeurin im Rasen hat eine ähnliche Wirkung wie Dünger. Der Pflanze wird Wasser entzogen, sodass der Rasen punktuell braun wird. Besonders Hundebesitzer sollten die Lieblingsstellen des Hundes im Auge haben. Ein gesunder Rasen und das Halten von Hunden sind aber auch nicht absolut widersprüchlich. Wir haben zum Thema Hundeurin im Rasen einen ausführlichen Ratgeber >

 

Falsche Bewässerungsdauer

Ist der Rasen nur an den Rändern verbrannt, kann dies auf eine falsche Einstellung des Rasensprengers zurückzuführen sein. Aber auch flächige Verbrennungen sind meist auf eine falsche Bewässerung zurückzuführen.

Zwar bewässern die meisten Hobby-Gärtner häufig, jedoch stimmt die Menge meist nicht. Bei der Bewässerung des Rasens kommt es viel mehr auf die Tiefe der Durchdringung an. Pro Bewässerung benötigt der Rasen etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter. Nur so haben die Wurzeln einen Ansporn auch in tiefere Erdregionen vorzudringen.

Das Resultat ist, dass der Rasen resistenter gegenüber Austrocknung wird, da auch tiefere Wasserspeicher zur Verfügung stehen.

 

Die Bodenbeschaffenheit ist zu sandig

Selten kommt es auch vor, dass die Bodenbeschaffenheit zu sandig ist. Wasser wird nicht richtig gespeichert und fließt zu schnell durch die oberen Erdregionen. Bei großflächiger Trockenheit kann es dann sinnvoll sein auf Trockenrasen zu setzen.

Wer wissen möchte, welche Rasensamen man kaufen sollte, findet hier alle Informationen inklusive einem Selbsttest >

 

Zu niedriges Rasenmähen

Nicht alle Gräser kommen mit einer niedrigen Schnitthöhe zurecht. Die meisten Rasenflächen dürfen nur bis minimal 3 Zentimetern heruntergemäht werden. Missachtet man das, kann die Graspflanze schnell absterben. Aber auch alle anderen üblichen Fehler, sollten beim Rasenmähen vermieden werden.

 

Ausgeschüttete Flüssigkeiten

Auch verdünnter Reiniger aus dem Putzwasser hinterlässt hässliche braune Flecken im Rasen. Bereits ein Tropfen Benzin kann dem Rasen nachhaltig schaden. Entfernen Sie betroffene Stellen umgehend, um weitere Folgen zu vermeiden.

 

Fazit: Wenn der Rasen überdüngt ist, gibt es Abhilfe

Eine Überdüngung ist nicht nur für die Natur, sondern auch den Rasen schädlich. Abhilfe für den Rasen schaffen jedoch die erwähnten Sofortmaßnahmen. In der Regel wächst der neue Rasen danach wie üblich. Die Lücke wird innerhalb weniger Wochen dank der Nachsaat geschlossen.

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