Welche Rasensamen sollte man kaufen?

Welche Rasensamen kaufen
Will man einen neuen Rasen anlegen, steht man früher oder später vor der Frage welche Rasensamen man kaufen sollte. Die Auswahl ist riesig und für jeden Anwendungszweck gibt es eine spezielle Rasenmischung.

Doch wie erkennt man, ob die Rasensamen auch wirklich gut sind? Außerdem gehen wir natürlich auch darauf ein, welche Rasensamen für den eigenen Zweck die idealen sind. Dazu betrachten wir den Nutzungsgrad, die Lage, den Pflegeaufwand und die Größe der Rasenfläche.

 

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Was ist eine Rasensamen-Mischung?

Kauft man Rasensamen, so kauft man eigentlich nicht nur eine Grasart, sondern direkt mehrere. Dies nennt man eine Rasensamen-Mischung. Unterschiedliche Gräser haben auch unterschiedliche Eigenschaften. Die kaufbaren Mischungen sind auf den jeweiligen Zweck und die Lage des Rasens ausgelegt. Das Mischungsverhältnis zwischen den Arten bestimmt über den Zweck. Grundsätzlich werden im Privatgebrauch am häufigsten Sport- und Spielrasen, Gebrauchsrasen und Zierrasen eingesetzt. Alle haben ihre individuellen Vor- und Nachteile.

 

Was sind die RSM (Regel-Saatgut-Mischungen)-Standards?

Die „Deutsche Rasengesellschaft e.V.“ hat einen Standard für Rasen-Mischungen ausgearbeitet. Kauft man einen „RSM-Rasen“, so sind Mindeststandards in Qualität und Mischverhältnisse eingehalten worden.

Die RSM-Standards sichern zum einen eine hohe Mindestkeimfähigkeit. Vereinfacht gesagt müssen ca. 75% (manchmal auch 80%) der Rasensamen auch zur eigentlichen Keimung kommen. Zum anderen sind auch Reinheit und Feuchtigkeit der Samen zwei weitere Standards.

Ein Feuchtegehalt von maximal 14% sichert, dass die Samen in der Verpackung keinesfalls über die Keimhemmung kommen.

Wenn man vor der Frage steht, welche Rasensamen man kaufen sollte, lohnt sich ein Blick auf die Verpackung. In der Regel stehen die RSM-Typen auf der Unterseite der Verpackung auf grünem Hintergrund.

 

Die unterschiedlichen RSM-Typen

Wir bearbeiten in diesem Artikel insbesondere Zierrasen (RSM 1.1), Gebrauchsrasen (RSM 2.2-2.4) und Sportrasen (RSM 3.1-3.2). Diese sind auch am häufigsten im Fachhandel vorzufinden und reichen in den aller meisten Fällen im privaten Bereich. Typen, wie beispielsweise Parkplatzrasen (RSM 5.1) oder Golfrasen (RSM 4), usw. lassen wir hier außer Acht.

 

Was ist der Unterschied zwischen Zier-, Gebrauchs- und Sportrasen?

Eigenschaften eines Zierrasens (RSM 1.1)

Der Zierrasen wird häufig für wenig benutze Flächen gekauft. Er zeichnet sich durch sein schönes Erscheinungsbild aus. In der Regel wird ein Zierrasen tiefer gemäht und benötigt auch mehr Pflege. Die Artenzusammensetzung sieht ein sehr hohes Maß an feinblättrigen Gräsern vor. Wenn der Rasen nicht komplett aus diesen feinblättrigen Gräsern besteht, dann kann auch eine Beimischung von deutschem Weidelgras (Lolium perenne) erfolgen. Dieses gilt als strapazierfähige Beimischung.

 

Eigenschaften eines Gebrauchsrasens (RSM 2.3)

Als Beispiel haben wir den häufig anzutreffenden RSM 2.3 Rasen ausgewählt. Dieser ist insbesondere privaten Gebrauch sehr beliebt. Dieser besteht aus einer ausgewogenen Mischung zwischen feinblättrigen und strapazierfähigen Gräsern. Kein Wunder, dass dieser Rasen häufig als „Standard-Hausrasen“ genannt wird.

Wenn der Rasen zum Spielen und Liegen gedacht ist, wird schnell klar welche Rasensamen man kaufen sollte. Der Gebrauchsrasen ist die perfekte Wahl.

 

Eigenschaften eines Sportrasens (RSM 3.1-3.2)

Der Sportrasen ist besonders strapazierfähig. Dementsprechend kommen auch keine feinblättrigen Arten in die Mischung. Im Standard RSM 3.1 besteht dieser nur aus deutschem Weidelgras und Wiesenrispe. In der RSM 3.2 Variante ist der Wiesenrispe-Anteil deutlich zurückgefahren oder gar nicht vorhanden. Letztere Variante eignet sich hervorragend zur Nachsaat von Rasenplätzen für Sportereignisse. Ist der Rasen ohnehin für das regelmäßige Fußballspiel der Kinder gedacht, so sollte man RSM 3.2. Rasensamen kaufen.

 

Eigenschaften der einzelnen Gräser

Grasart Eigenschaften
Lolium perenne (Deutsches  Weidelgras) strapazierfähig
Poa pratensis (Wiesenrispe) strapazierfähig
Agrostis capillaris (Rotes Straußgras) Feinblättrig (Zierrasen)
Agrostis stolonifera (Flechtstraußgras) Feinblättrig (Zierrasen)
Festuca rubra trichophylla (Kurzausläufer Rotschwingel) Feinblättrig (Zierrasen/ Gebrauchsrasen)
Festuca rubra commutata (Horst-Rot-Schwingel) Feinblättrig (Zierrasen/ Gebrauchsrasen)

 

 

Qualitätsmerkmale gesunder Rasensamen

Was macht einen gesunden Rasen aus und was macht eine gute Rasensamen Qualität aus? Welche Rasensamen man kaufen sollte, hängt nämlich nicht nur von dem Einsatzgebiet ab. Vielmehr sollte man sich auch Kundenrezensionen zu individuellen Erfahrungen anschauen. Im Folgenden besprechen wir, welche Qualitätsmerkmale auf jeden Fall in Betracht kommen.

 

Belastungsresistenz

Insbesondere Gebrauchsrasen wird oft betreten und sollte nicht sofort nachgeben. Bei mäßiger Nutzung kann jedoch minderwertige Rasensaat bereits nachlassen. Der größte Nachteil: man kauft zweimal. Lücken im Rasen sollte man mit einer Nachsaat korrigieren.

 

Dichte

Die Narbendichte ist wichtig für einen schönen gleichmäßigen Rasen. Lücken oder Löcher im Rasen sollten nach Kauf von Qualitäts-Rasensamen nicht vorhanden sein. Man sollte jedoch beachten, dass die Narbendichte erst paar Monate nach der Aussaat bewertet werden kann. Will man Rasensamen kaufen, sollte man nicht auf zu frühe Berichte vertrauen. Viele Grasarten brauchen mehrere Wochen um mit der Keimung zu beginnen.

 

Tiefschnitt-Verträglichkeit

Die Tiefschnitt-Verträglichkeit ist ein weiteres Qualitätsmerkmal. Rasenliebhaber mögen ihren Rasen tief. Nutzt man diesen nicht so häufig und ist er eher ein Blickfang, so sollte man Zierrasen in Erwägung ziehen. Zierrasen wird in der Regel tiefer gemäht, benötigt jedoch auch mehr Aufmerksamkeit als ein Sport- und Spielrasen.

 

Trockenresistenz

Auch der Standort entscheidet darüber welche Rasensamen man kaufen sollte. Ist der Ort, an dem der Rasen wachsen sollte trocken, so kann man Rasensamen kaufen, die einen hohen Anteil an der Art „festuca arundinacea“ (Rohrschwingel) haben. Die hohe Trocken- und Hitzeresistenz sind Pluspunkte. Ist der Rasen vorher schnell ausgetrocknet und verbrannt, so sollte man auf jeden Fall auf eine solche Trockenrasenmischung zurückgreifen.

 

Resistenz gegenüber Krankheiten

Auch Gräser können von Krankheiten betroffen sein. Dazu gehören Schädlinge und Pilz. Bei der Wahl welche Rasensamen man kaufen sollte, ist es wichtig auf Qualitätsstandards zu setzen. Da jedoch der Boden eine wichtige Rolle spielt, sollte man stets auf eine gesunde Nährstoffzufuhr achten. Maßnahmen zur Pflege eines Rasens sind u.a. Düngen, Kalken, Sanden und Vertikutieren. So hält der Rasen auch drohenden Krankheiten stand.

 

Wann sollte man die gekauften Rasensamen säen?

Bei der Aussaat der neu gekauften Rasensamen ist zu beachten, dass in Zukunft nicht mit Frost zu rechnen ist. Das gilt selbstverständlich auch für die Nächte. Frost schadet den jungen Keimlingen und ein Absterben des Rasens kann die Folge sein.

Ideale Bedingungen herrschen ab ca. 10°C, welche in der Regel ab Ende April bis September erreicht werden. Davor und danach sollte man nur mit hoher Acht sähen, damit der Kauf der Rasensamen nicht unnötig war.

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⌚ Wie lange kann man die gekauften Rasensamen weiterverwenden?

In den ersten drei bis vier Jahren kann man von einer wenig geminderten Keimfähigkeit ausgehen. Danach sollte man möglichst neue Rasensamen kaufen. Wann die Rasensamen verschlossen wurden, ist ebenfalls auf der Unterseite der Verpackung angegeben. Begriffe wie „Wirschaftsjahr“, „Verschließung“, „Abgefüllt“ geben Aufschluss darüber wie lange man die Rasensaat noch nutzen kann.

Zur ordnungsgemäßen Lagerung sollte man folgende Aspekte beachten:

  • kühlen und trockenen Ort wählen
  • hohe Temperaturschwankungen vermeiden
  • Schutz vor Tieren gewährleisten

 

Rasensamen zur Nachsaat: Was ist der Unterschied?

Die Entscheidung, welche Rasensamen man kaufen sollte, unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um eine Nachsaat oder Neuanlage des Rasens handelt.
Rasensamen zur Nachsaat bestehen hauptsächlich aus schnell wachsenden und robusten Grasarten. Der Rasen kann schneller wieder betreten und genutzt werden. Fragt man sich welche Rasensamen man kaufen sollte, sollte man jedoch keine Nachsaat zur Neuanlage verwenden.

Zum einen ist eine Nachsaat in der Regel teurer und zum anderen sollte man auf eine ausgewogene Mischung der Arten achten.

 

Rasensamen online kaufen: Gibt es auch Nachteile?

Ob man Rasensamen online oder offline kauft, macht keinen Qualitäts-Unterschied. In der Regel kann man in eine Rasensamen-Verpackung ohnehin nicht reinsehen. Häufig ist der Preis online jedoch geringer und lohnenswerter.

Wir empfehlen jedoch die Rasensamen online zu kaufen. Der Grund ist ein einfacher: Tausende Kunden geben ihre Erfahrungen zu den Rasensamen in den Rezensionen ab. So kann man billige Rasensaat von hochwertiger unterscheiden. Wichtig ist jedoch, dass die Rasensamen auch zur Umgebung und individuellen Nutzung passen. In unserem Rasensamen Test findet man schnell heraus, welche Rasensamen man für die individuellen Präferenzen kaufen sollte.

 

Welche Verpackungsgröße sollte man bei Rasensamen kaufen?

Rasensamen auf Erde

Die Verpackungsgröße richtet sich nach der Fläche des zukünftigen Rasens. Bevor man sich überlegt welche Rasensamen man kaufen will, sollte man die Länge und Breite abmessen und miteinander multiplizieren. Unser Rechner gibt im weiteren aus, welche Verpackungsgröße ideal ist.

In der Regel benötigt man im Schnitt ca. 30g Rasensamen pro Quadratmeter. Diese Angabe haben wir in einem unserer Artikel zum Thema „Wieviel Rasensamen pro qm“ diskutiert. Man sollte jedoch stets auf die Angaben des Herstellers achten. Teils kann es auch sein, dass eine Aussaat nur von 25 g/m² empfohlen wird. Oft wird die Gesamtfläche auch direkt auf der Verpackung angegeben.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kauft etwas mehr Rasensamen als zu wenig. Grund hierfür ist, dass mit dem Rest spätere Unregelmäßigkeiten im Rasen einfach ausgebessert werden können. Der Kauf einer Nachsaat ist somit nicht notwendig.

 

Ist Rollrasen eine Alternative zu Rasensamen?

Wie der Name bereits sagt, ist Rollrasen gerollter Rasen, welche direkt zu einem nach Hause geliefert wird. In der Regel werden die Paletten am gewünschten Lieferort entgegengenommen. Salopp gesagt, muss man den Rasen nur noch auf der vorbereiteten Fläche ausrollen. Zwar hat das Ganze Vorteile, jedoch auch zwei Nachteile gegenüber dem Kauf von Rasensamen. Zum einen kann man die Rasensaat nicht auf die individuellen Bedingungen anpassen. Zum anderen ist der Preis natürlich auch etwas höher. Der größte Vorteil ist die kurze Zeit, die man nur benötigt um einen Rasen anzulegen.

 

Lohnt es sich günstige Rasensamen zu kaufen?

Günstige Rasensamen lohnen sich nicht. In der Regel entstehen hässliche Lücken und eine teurere Nachsaat wird fällig. So kommt man im Endeffekt auf höhere Kosten. Bei der Wahl, welche Rasensamen man kaufen sollte, kann man auf Kundenrezensionen vertrauen. Es gibt natürlich auch günstige Rasensamen von bekannten Händlern, die auf jeden Fall ein schönes Ergebnis bringen können. Von „noname“-Produkten sollte man jedoch die Finger lassen.

 

Rasen neu anlegen: UmgrabenWas wird sonst noch zum Aussäen benötigt?

Vorbereitung der Fläche

Nun, da wir wissen, welche Rasensamen wir kaufen möchten, sind noch Werkzeuge für die Vorbereitung der Ausaatfläche nötig. Wenn man nicht unbedingt einen vollen Werkzeugschuppen bereits hat, kann es sein, dass man die ein oder andere Hilfe nachkaufen muss.

Zur Vorbereitung wird zum Umgraben der Fläche ein Gärtnerspaten benötigt. Ist die Rasenfläche groß, so sollte man sich den Kraftakt ersparen und eine Motorhacke zulegen. Diese gräbt die Erde mit Motorkraft um und auch ein Anschieben ist nicht wirklich notwendig.

Da die umgegrabene Erde auch planiert werden muss, empfehlen wir eine gewöhnliche Harke.

 

Aussäen der gekauften Rasensamen

Die Aussaat erfolgt entweder per Hand oder per Streuwagen. Wer per Hand aussät, sollte zumindest einen Eimer zur Hand haben, um die Gesamtmenge der Rasensamen aufzuteilen.

Ein Streuwagen ist insbesondere bei größeren Flächen von Vorteil. Der Streuwagen ist individuell einstellbar und auch perfekt zur späteren Rasenpflege geeignet. So wird dieser auch treue Dienste zum Düngen, Sanden und Kalken erfüllen.

 

Bewässern der Fläche

Die Rasensamen sollten in den ersten Wochen regelmäßig feucht gehalten werden. Zur Bewässerung ist ein Gartenschlauch notwendig. Wer den Rasen anlegt, kann über ein Bewässerungssystem nachdenken. Ob eine automatisierte unterirdische Bewässerung in Frage kommt und welche genialen Vorteile sie bietet, erfährst du hier. >

 

Fazit: Welche Rasensamen kaufen und wovon Finger weglassen?

Als Fazit kann man sagen, dass es nicht pauschal beantwortbar ist, welche Rasensamen man kaufen sollte. Häufig ist es so, dass billige Rasensamen auch einen billigen Rasen bringen. Wer eine abgestimmte Rasenmischung auf die individuellen Bedingungen haben möchte, sollte unseren Rasensamen Test in Anspruch nehmen. Dort werden Angaben zur Umgebung abgefragt und die perfekte Rasensaat wird ermittelt.

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