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Rasenschnitt liegen lassen: Sinnvoll oder schädlich?

Kann man Rasenschnitt einfach liegen lassen?

Kurz abgeschnittener Rasen kann problemlos von Bodenlebewesen verarbeitet und in Nährstoffe umgewandelt werden. Dies nennt man „Mulchen“. Zu langer oder feuchter Rasenschnitt kann hingegen nicht abgebaut werden. Fäulnis oder Rasenfilz sind die Folge.

Rasenschnitt liegenlassen

Doch selbstverständlich gibt es Tipps und Tricks wie man Rasenschnitt zuverlässig einfach liegen lassen kann. Wir gehen auf alle Möglichkeiten und Aspekte ein.

 

Effektive Nährstoffzufuhr: Nur so kann man Rasenschnitt liegen lassen

Mulchen mit einem Rasenmäher ohne Mulchfunktion

Anfänger würden einfach den Fangkorb des Rasenmähers weglassen und drauflosmähen. Doch ist es so einfach? Das Mulchen mit einem gewöhnlichen Rasenmäher ist nur unter bestimmten Umständen möglich.

Da der Rasenschnitt im Gegensatz zum Mähen mit Mulchfunktion nicht zusätzlich zerkleinert wird, sind die Gräser zu lang, um abgebaut zu werden. Man kann sich jedoch einen Trick zunutze machen: Man mäht den Rasen zu Zeiten, in denen man mulchen will, öfter. Man schneidet nur die Spitzen ab. Diese kann man problemlos liegen lassen.

Ist der Rasen hingegen schon zu lang, muss man den Rasen 4 Tage vor dem Mulchen zuerst auf die gewünschte Höhe bringen. Nur die Spitzen dürfen danach im Erdreich landen.

Was es sonst noch beim Mulchen mit gewöhnlichem Rasenmäher zu beachten gibt, haben wir hier gesondert besprochen >

 

Mulchen mit Rasenmäher mit Mulchfunktion

Der Rasenmäher mit Mulchfunktion erspart viel Arbeit. Aber auch hier kann man nicht immer den Rasenschnitt einfach liegen lassen. Wer mulcht, muss darauf achten, dass der Rasen nicht nass ist. Ansonsten verklumpt der geschnittene und kleingehackte Rasen zu einer luft- und lichtundurchlässigen Masse.

Das kann wiederrum zu Fäulnis führen und der Abbau wird erschwert. Wer jedoch den Rasenmäher mit Mulchfunktion bei trockenem Wetter verwendet, hat nichts zu befürchten. Man kann den kleingehackten Rasenschnitt liegen lassen.

 

Gute Alternative: Den Rasenschnitt kompostieren

Insbesondere in den wachstumsintensiven Monaten kann die Masse des Rasenschnitts schnell ansteigen. In dem Fall kann man auch den Rasenschnitt einfach kompostieren. Dazu mischt man kohlenstoffhaltiges braunes Material in unter.

Dazu gehören beispielsweise Äste aus dem Heckenschnitt. Nach ein paar Wochen hat man wertvolle Komposterde, welche voller Nährstoffe ist. Diese kann fein auf dem Rasen zur Düngung ausgetragen werden: Eine gute Alternative zum Liegenlassen des Rasenschnitts!

Da es beim Kompostieren vom Rasen jedoch auch einiges zu beachten gibt, empfehlen wir unseren Komplettratgeber als Hilfe zu nutzen >

 

Welche Vorteile hat es den Rasen auf der Fläche liegen zu lassen?

Nährstoffe wieder hinzugeführt

Dem natürlichen Kreislauf des Rasens werden durch das Rasenmähen regelmäßig Nährstoffe entzogen. In der Regel landen diese im Fangkorb und sehen die Rasenfläche nie wieder.
Lässt man den Rasenschnitt hingegen auf der Fläche liegen, kann dieser von Bodenlebewesen weiter verarbeitet werden. Letztendlich profitiert der Rasen von einer Zurückführung des verlorenen Stickstoffs, Kaliums und Phosphors.

Wer häufig mulcht, kann auf eine Düngung pro Jahr verzichten. Statt zwei oder drei Düngungen kann man so zum Beispiel einfach nur auf eine Startdüngung im Frühjahr setzen. Tasten Sie sich am besten heran, was für Ihren Rasen die beste Lösung ist.

 

Weniger Entsorgungssorgen

Das Mulchen hat einige Vorteile. Man spart sich jedoch insbesondere eine Menge Muskelkraft. Der Rasenschnitt landet nicht im Fangkorb, sodass man diesen nicht zusätzlich zum Gewicht des Rasenmähers anschieben muss.

Wer einen Akku-Rasenmäher mit Mulchfunktion besitzt, hat es dann ohnehin am leichtesten. Aber auch nach dem Rasenmähen muss der schwere Fangkorb nicht noch entleert werden. Das Entsorgungsproblem löst ist praktisch in Luft auf.

 

Fatale Folgen vermeiden: Diese 4 Fehler unbedingt meiden

Falsche Höhe des Rasenmähers

Die Höhe des Rasenmähers bestimmt nicht nur die Länge der Halme, die abgeschnitten werden. Auch ist die Höhe des übrigbleibenden Rasens ist entscheidend. Stellt man die Schnitthöhe zu hoch ein, verfängt sich der Rasenschnitt in den Halmen und gelangt nicht zum Boden, wo er letztendlich verarbeitet werden soll.

Auch interessant:  Das allerletzte Mal Rasenmähen im Jahr

 

Nassen Rasen liegenlassen

Nasser Rasen verklumpt beim Schneiden. Landet das verklumpte Material auf der Fläche, ist die Sauerstoff- und Lichtzufuhr erschwert. Auch die Bodenaktivitäten ist gehemmt. Im schlimmsten Fall können unter der Schicht schädliche Rasenkrankheiten entstehen.

 

Bereits verdichteter Boden

Verdichtete und lehmhaltige Böden sind bekannt für eine gehemmte Bodenaktivität. Wer auf solchen Böden häufig Rasenschnitt liegen lässt, riskiert Rasenfilz. Dies ist eine abgestorbene Rasenschicht, welche nicht in Nährstoffe verarbeitet werden kann.

Der Nachteil ist, dass Luft, Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe auf dem Weg zu den Rasenwurzeln aufgehalten werden. Wer einen verdichteten Boden hat und z.B. häufig mit Staunässe zu kämpfen hat, sollte den lehmhaltigen Boden zunächst aufwerten.

 

Was kann man tun, wenn der Rasenschnitt nicht abgebaut wird?

Bodenaktivator zum besseren Abbau

Bodenaktivator ist eine rein organische Ergänzung, welche u.a. Mikroorganismen enthält. Will man Gräser liegen lassen, ist eine jährliche Anwendung zum Saisonstart sinnvoll. Dabei werden etwa 100 – 150 g/m² ausgetragen. Das genügt bereits, um die Zersetzung zu beschleunigen und die Nährstoffzufuhr für den Rasen zu optimieren.

 

Vertikutieren, um Rasenfilz & Moos zu entfernen

Beim Vertikutieren werden Schlitze in den Boden hineingearbeitet. Rasenfilz und Moos wird von der Rasenfläche entfernt. Der Zugang zum Erdreich wird frei, sodass Bodenlebewesen gut an den Rasenschnitt gelangen.

Aber auch eine verbesserte Wasser-, Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr sind positive Effekte, welche man sich nicht entgehen lassen sollte.

Mehr zum Vertikutieren und alles was man beachten muss, gibt es hier zum nachlesen >

 

Rasen aerifizieren: Lüftungslöcher für den Rasen

Beim Aerifizieren werden Löcher ins Erdreich gestochen. Sinn dahinter ist ebenfalls eine verbesserte Nährstoff-, Wasser- und Sauerstoffzufuhr.

Insbesondere bei verdichteten Böden mit geringer Bodenaktivität ist das Aerifizieren mit darauffolgendem Sanden sinnvoll.

Wer mehr zum Aerifizieren erfahren möchte, sollte sich diesen Artikel durchlesen >

 

Lehmhaltigen Boden sanden

Sand dient in der Erde als natürlicher Abstandhalter und verbessert die Luft- und Wasserzufuhr. Insbesondere lehmhaltige Böden mit häufiger Staunässe sollten regelmäßig gesandet werden. Mehr zum Rasen sanden gibt es hier >

 

Häufig gestellte Fragen

Hilft es Rasenschnitt liegen zu lassen, um gegen Moos anzukämpfen?

Wer mit Moos im Rasen zu kämpfen hat, sollte den Rasenschnitt nicht liegen lassen. Die Gräser gelangen nicht bis an die Oberfläche des Erdreichs. Sie können nicht vollständig abgebaut werden. Stattdessen ist das Vertikutieren sinnvoll. In Kombination mit der Ausbringung eines organischen Bodenaktivators erreicht man ein sehenswertes Ergebnis.

 

Wann sollte man den Rasen das letzte Mal mulchen?

Da die Bodenaktivität in den kalten Monaten enorm abnimmt, empfehlen wir Rasenschnitt bis minimal 10°C auf der Rasenfläche liegenzulassen. Über den Winter können die abgeschnittenen Gräser mehr Schäden verursachen als zu helfen. Zur Nährstoffversorgung über den Winter und den frühen Frühling eignet sich stattdessen ein guter Herbstdünger.

 

Fazit: Rasenschnitt liegen lassen (aber nur unter bestimmten Umständen)

Unter bestimmten Umständen kann man den Rasenschnitt auf der Rasenfläche liegen lassen. Wer auf trockene Bedingungen, kleingehackte Gräser und auf eine gute Bodenbeschaffenheit achtet, wird nichts falsch machen. Im Gegenteil: Der natürliche Nährstoffkreislauf bleibt erhalten, sodass man seltener düngen muss.

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