Spindelmäher – Vor- und Nachteile des Rasenmähers

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Spindelmäher Vor- und Nachteile
Bei der Wahl eines neuen Rasenmähers steht man früher oder später vor der Frage welche Vor- und Nachteile ein Spindelmäher hat. Zwar ist der motorisierte Sichelmäher am weitesten verbreitet, dennoch bringt man einen Spindelmäher mit besonders kurzem und gepflegtem Rasen in Verbindung.

Doch welche Vor- und Nachteile hat eigentlich der Spindelmäher? Und für wen ist dieser am ehesten geeignet?

 

Was ist der Unterschied zwischen Sichelmäher und Spindelmäher?

Der Spindelmäher ist am weitesten verbreitet. Der Messerbalken auf der Unterseite des Rasenmähers rotiert im Kreis. Durch die Rotationsbewegung entsteht ein Unterdruck, welcher die Gräser nach oben zieht. Die scharfen Klingen schlagen die Gräser ab.

Der Spindelmäher arbeitet hingegen mit 4 bis 6 gebogenen Klingen, welche waagerecht rotieren. Die Messerwalze dreht sich über dem Rasen und wird meist von den Rädern angetrieben. Im Gegensatz zum Sichelmäher gibt es jedoch auch ein befestigtes Gegenstück, an dem die Messer eng vorbeilaufen. Ähnlich dem Prinzip einer Schere wird der Rasen präzise abgeschnitten.

Den Unterschied der Funktionsweise kann man am einfachsten mit einem Vergleich zwischen Schere und einer Machete deutlich machen. Die Schere hat ein Gegenstück, welches einen sauberen Schnitt ermöglicht. Sichelmäher schlagen das Messer hingegen ohne Gegenstück gegen die Gräser. Das Prinzip des Schnitts kann man mit dem einer Machete vergleichen.

 

Die 7 großen Vorteile eines Spindelmähers

Leises Rasenmähen zu jeder Uhrzeit

Wenn man vom Spindelmäher spricht, meint man häufig den Handrasenmäher ohne Motor. Diese sind besonders leise. Man kann sich auch während dem Rasenmähen normal unterhalten.

Der Vorteil ist, dass man zu späteren Uhrzeiten und auch am Sonntag problemlos mähen kann. Aber nicht nur der Nachbar freut sich über die neue Anschaffung. Auch die eigenen Ohren werden geschont.

Weil uns Lärm nachweislich krank machen kann, ist dies in unseren Augen ein großer Vorteil gegenüber den motorbetriebenen Rasenmähern.

 

Geringeres Gewicht im Vergleich zum Benzinrasenmäher

Ein Spindelmäher ist mit etwa 8 Kilogramm ein wahres Leichtgewicht. Ein gewöhnlicher Rasenmäher hingegen fängt ab etwa 20 Kilogramm Gewicht an. Meist ist damit jedoch das Leergewicht ohne Kraftstoffe gemeint.

Das geringe Gewicht ist besonders bei Rasenflächen mit Steigung eine wahre Erleichterung. Aber auch enge Stellen und Kurven können mit einem Spindelmäher leichter gemäht werden.

Für gewöhnlich vermeidet man bei motorbetriebenen Rasenmähern das Wenden auf einer Stelle. Die Räder zerstören das Gras und Löcher werden in die Erde hineingearbeitet. Das geringere Gewicht des Spindelmähers ist auch in diesem Punkt ein wahrer Vorteil.

 

Reinigung kann einfacher erfolgen

Die Reinigung eines Spindelmähers ist einfacher. Die Messerwalze ist zugänglicher als die Sichel beim herkömmlichen Rasenmäher. Außerdem sind durch die geringere Anzahl an Bauteilen weniger Verengungen vorhanden, in denen sich der Rasenschnitt verfangen kann.

 

Besonders sauberer Schnitt

Der Schnitt eines Spindelmähers ist in der Regel aufgrund des „Scheren-Prinzips“ sauberer. Die Gräser werden nicht abgeschlagen, sondern säuberlich durchschnitten. Besonders bei stumpfen Klingen erlebt man beim Sichelrasenmäher deutliche Schäden am Rasen.

Statt einem sauberen Schnitt hinterlassen Sichelmäher oftmals ausgefranste Spitzen. Diese werden mit der Zeit braun und heilen nur schwer ab. Das Resultat ist, dass man mit einem leicht bräunlichen Rasen leben muss.

 

Deutlich tieferer Schnitt möglich

Der Spindelmäher wird häufig bei der Pflege von Zierrasen eingesetzt. Die Schnitthöhe ist bei den verwendeten Gräsern wesentlich tiefer. Während gewöhnliche Benzinrasenmäher eine minimale Schnitthöhe von etwa 2,5 cm haben, können Spindelmäher bereits ab einem Zentimeter Schnitthöhe arbeiten.

Es ist jedoch zu betonen, dass dieser Vorteil nur Gärtnern mit Zierrasen nützlich ist. Hat man einen gewöhnlichen Spiel- und Sportrasen sollte man eine Schnitthöhe von 3 Zentimetern nicht unterschreiten. Einzelne Gräser drohen ansonsten abzusterben. Das Resultat sind Lücken und braune Gräser im Rasen.

 

Keine Kosten für zusätzliche Betriebsmittel

Akku Rasenmäher für große Flächen verbrauchen viel Strom und Benzinrasenmäher benötigen Öl und Benzin, um den Rasen zu mähen.

Der Spindelmäher als Handmäher ist direkt einsatzbereit und muss weder betankt noch aufgeladen werden. Man spart sich die Vorbereitungszeit vor dem Rasenmähen und kann direkt loslegen.

 

Günstigere Anschaffungskosten

Motoren kosten Geld. Bei Akku-Rasenmähern kommt noch die teure Akku-Technologie hinzu. Zwar bieten die meisten Hersteller eine geräteübergreifende Kompatibilität an, dennoch spart man sich beim Spindelmäher die Anschaffungskosten für teure motorbetriebene Geräte.

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Hilfreiche Spindelmäher fangen ab etwa 60€ an. Für diesen Preis ist es eher unwahrscheinlich einen funktionsfähigen Benzinrasenmäher zu finden.

 

Gibt es auch Aspekte, bei denen ein gewöhnlicher Rasenmäher besser ist?

Auf großen Flächen ist ein herkömmlicher Rasenmäher besser

Spindelmäher haben zwar einige Vorteile, dennoch ist das Mähen großer Flächen viel anstrengender. Wir empfehlen ab einer Rasenfläche von 200 m² auf einen motorisierten Rasenmäher umsteigen.

Um trotzdem von den Vorteilen des leichten Gewichts zu profitieren, empfehlen wir einen Akku-Rasenmäher für kleine Flächen zu kaufen.

 

Hohe Gräser nur mit mehreren Durchgängen

Wer einen Spindelmäher besitzt, verpflichtet sich zeitgleich mindestens wöchentlich den eigenen Rasen zu mähen. Die Messerwalzen kommen mit höheren Gräsern nur schwer zurecht. Da man den Mäher mit eigener Muskelkraft antreibt, kann das Rasenmähen besonders anstrengend werden.

Hat man einen Rasen mit schnellwachsenden Unkräutern, muss man im Zweifelsfall alle paar Tage das Wachstum dieser eindämmen. Ein herkömmlicher Rasenmäher kommt hingegen auch bestens mit etwas höherem Rasen zurecht.

 

Die Klingen sind besonders empfindlich

Der Messerbalken eines Sichelmähers ist erfahrungsgemäß nicht so empfindlich wie die Klingen eines Sichelmähers. Besonders eine unaufgeräumte Rasenfläche lässt die Klingen schnell verbiegen. Es verfangen sich zum Beispiel Äste.

Vor dem Rasenmähen entfernt man sämtliche Fremdkörper. Sind die Klingen einmal stumpf, lassen sich diese auch nicht so einfach nachschleifen. Oft ist der Besuch beim Fachmann notwendig.

 

Unebene Rasenflächen werden nicht gleichmäßig geschnitten

Einen Maulwurfshügel kann man auf lange Sicht nicht wirklich verhindern. Aber auch kleinere Unebenheiten machen dem Spindelmäher bereits zu schaffen. Ist der Rasen von kleineren Kuhlen geplagt, empfehlen wir diese vor dem Einsatz eines Spindelmähers auszubessern.

Der Nachteil des Spindelmähers ist, dass dieser die Schnitthöhe bei hohen Unregelmäßigkeiten stark variiert. Im Zweifel werden zudem die Messer geschädigt.

 

Der Fangkorb kommt oft mit kleinem Volumen

Ein weiterer einschränkender Faktor ist das Volumen des Fangkorbes (vorausgesetzt er ist enthalten). Dieses ist meist sehr klein, da ein Spindelmäher ohnehin nur für kleine Flächen, gedacht ist. Diese werden oft gemäht, sodass wenig Rasenschnitt anfällt.

Wer einen größeren Rasen hat, wird mit dem Fangkorb nicht ganz hinkommen. Für einen kleinen und oft gemähten Zierrasen stellt dieser jedoch kein Problem dar.

Ist kein Fangkorb vorhanden, muss bei etwas längerem Rasenschnitt das Gras entfernt werden. Zusätzliche Arbeit mit dem Rasenrechen steht an. Dies ist für den Spindelmäher klar als Nachteil zu werten. Das Aufheben von Rasenschnitt kann man jedoch durch geplantes Mulchen mit dem Spindelmäher verhindern:

 

So kann man mit dem Spindelmäher mulchen

Das Mulchen mit dem Spindelmäher ist möglich, wenn lediglich die Spitzen abgeschnitten werden. Diese sind klein genug, um am Boden in Nährstoffe umgewandelt zu werden. Man sollte darauf achten den Rasen mindestens einmal die Woche zu kürzen, damit man den Rasenschnitt auf der Fläche liegenlassen kann.

 

Fazit: Ob ein Spindelmäher sinnvoll ist, kommt auf den Anwendungszweck an

Haben Sie einen Zierrasen, den Sie mindestens einmal die Woche mähen können, dann wird der Spindelmäher sicherlich mehr Vor- als Nachteile für Sie bieten.

Für die meisten Hobby-Gärtner mit einem Spiel- und Sportrasen ist der Spindelmäher jedoch weniger geeignet. Als eine leichte Alternative empfehlen wir da eher auf einen Akku-Rasenmäher für kleine Flächen auszuweichen >

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