
Kann man Kunstrasen im Garten haben?
Auch im Garten unter freiem Himmel kann man einen Kunstrasen anlegen. Spezielle Kunstrasen-Arten imitieren durch unterschiedliche Farben und Härtegrade einen natürlichen Rasen. Dabei gilt je mehr Variation im Rasen stattfindet, desto authentischer ist das Gefühl.
Wie legt man einen Kunstrasen im Garten an?
Kunstrasen kann man im Garten in drei einfach Schritten anlegen:
- Den Boden auf den Kunstrasen vorbereiten
- Kunstrasen zuschneiden und in Bahnen verlegen
- Bahnen verbinden & Rasen einstreuen
Schritt 1: Den Boden auf den Kunstrasen vorbereiten
Der erste Schritt ist stark von der Ausganglage abhängig. Hat man bereits einen verdichteten oder betonierten ebnen Boden, kann man den Kunstrasen ohne weitere Vorbereitung direkt ausrollen.
Ist der Untergrund hingegen die bloße lockere Erde mit Bewuchs, muss man zunächst die oberen 10 cm abtragen. Danach legt man in der Vertiefung ein Unkrautvlies aus. Dieses verhindert späteres Durchdringen durch den Kunstrasen. Zu guter Letzt streut man eine Schotterschicht aus, sodass der Boden erneut ebenerdig ist.
Eine Harke hilft Unebenheiten einfach auszugleichen. Zur Orientierung empfehlen wir an den Ecken Holzpfosten in die Erde zu stechen. Zwischen diesen spannt man nah über dem Boden eine Malerschnur, welche mit einer Wasserwaage präzise ausgerichtet wird.
Die Schnur hilft Unebenheiten noch besser zu erkennen, sodass man Kuhlen direkt ausbessern kann. Verdichten Sie den Boden möglichst fest mit einer Rüttelplatte oder einer Rasenwalze.
Schritt 2: Kunstrasen zuschneiden und in Bahnen verlegen
Der Kunstrasen wird nun in Bahnen auf der Schotterfläche ausgerollt. Das Beschweren mit Gewichten (wie z.B. Ziegelsteinen) hilft den Kunstrasen in Position zu halten und Unebenheiten zu vermeiden.
Ein Teppichmesser dient dazu z.B. Ecken präzise zuzuschneiden. Wir empfehlen stets zwischen den „Grasbüscheln“ zu schneiden, um die verbundenen Gräser nicht zu beschädigen. Am einfachsten gestaltet sich der Zuschnitt von der Rückseite aus.
Schritt 3: Bahnen verbinden & Rasen einstreuen
Liegen alle Bahnen perfekt auf der Fläche, muss man diese nur noch miteinander verbinden. Dazu nutzt man in der Regel schnelltrocknenden Zwei-Komponenten-Leim. Innerhalb von einer halben Stunde trocknet dieser. Wir empfehlen das finale Betreten dennoch auf den nächsten Tag zu legen.
Damit der Kleber gut trocknet, sollte es an diesem Tag möglichst nicht mehr regnen. Als finalen Schritt kann man bei Bedarf Quarzsand oder Kautschukgranulat einstreuen. Dieses dient einer besseren Entwässerung des Rasens. Besonders Quarzsand ist jedoch auch für eine noch natürlichere Optik verantwortlich.
Dazu trägt man das Material zunächst grob auf der gesamten Fläche aus. Achten Sie dennoch auf eine gleichmäßige Verteilung. Ein Straßenbesen hilft das Einarbeiten in den Kunstrasen. Reste an den Halmen können mithilfe von Wasser heruntergespült werden.
Was kostet es einen Kunstrasen im Garten auszulegen?
Kunstrasen für den Garten kostet zwischen 15€ und 40€ pro Quadratmeter. Teurere Varianten geben in der Regel ein authentischeres Gefühl und Aussehen. Für die meisten Gartenbesitzer ist ein Kunstrasen für etwa 20€/m² vollkommen ausreichend. Der Preis wird hauptsächlich durch Farb- und Garnvariationen bestimmt.
Wer einen authentischeren und dichteren Rasen mit hoher Weichheit sucht, wird sich im oberen Preisspektrum befinden. Der Kunstrasen wird durch Extras, wie zum Beispiel imitiertem Rasenfilz, geliefert. Aber auch die günstigen Varianten kommen in der Regel mit Farbvariationen, sodass der Kunstrasen auf den ersten Blick von Weitem wie ein gewöhnlicher aussieht.
Muss man einen Kunstrasen pflegen?
Die Pflege eines Kunstrasens unterscheidet sich massiv von der Pflege eines gewöhnlichen Rasens. Kunstrasen muss weder gedüngt, gemäht noch vertikutiert werden. Dennoch muss man Kunstrasen regelmäßig reinigen. Besonders Vogelkot beschädigt die meist aus Kunststoff bestehenden Halme.
Bei der Reinigung geht man wie folgt vor: Zunächst entfernt man groben Schmutz mit einem Rechen und/ oder einem Straßenbesen. Üben Sie nur wenig Druck aus, um den Kunstrasen nicht zu beschädigen. Blätter, Steine, Äste usw. müssen vollständig entfernt werden.
Nun kommt der Wasserschlauch zum Einsatz. Mit diesem sprüht man bei gebündelt eingestelltem Strahl den Kunstrasen ab. Achten Sie besonders auf strapazierte Stellen. Vogelkot sollte möglichst vollständig entfernt werden.
Hält Kunstrasen einem starken Regen stand?
Handelsüblicher Kunstrasen ist sehr durchlässig und hält jedem gewöhnlichen Regen stand. Mit etwa 60 Litern pro Minute kann Regenwasser durch die Kunstrasen-Schicht sickern. Da in Deutschland im Schnitt ohnehin nur etwa 2 Liter pro Tag und Quadratmeter fallen, wird Kunstrasen nur selten (wenn überhaupt) an diese Grenze kommen.
Hält Kunstrasen im Garten dem Winter stand?
Kunstrasen besitzt eine gute Wasserdurchlässigkeit. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auf dem Rasen sich Eis nur bedingt bilden kann. Frost vertragen die hochwertigen Rasen-Varianten ohne weitere Schäden. Das Betreten ist ebenfalls möglich. Im Winter sollte jedoch möglichst vorsichtig beim Reinigen der Fläche vorgegangen werden.
Statt einer Metallharke, sollte man lieber eine Kunststoffvariante wählen. Beim Schnee schippen gilt dasselbe. Ansonsten droht man die Kunststoff-Gräser herauszureißen bzw. abzubrechen. Auch beim Entfernen von festgefrorenen Fremdkörpern ist Acht zu geben: Reißt man z.B. einen festgefrorenen Tannenzapfen aus dem Kunstrasen, kann das Gesamtbild negativ beeinflusst werden.
Welche Vorteile hat ein Kunstrasen im Garten?
Kunstrasen im Garten hat diese 8 Vorteile:
- Anlage eines Kunstrasens auch im Schatten und auf belasteten Böden möglich
- Weniger Rasenpflege notwendig: Rasenmähen, Düngen und Vertikutieren entfallen
- Dürreresistenz: Bei langanhaltender Hitze dennoch grün
- Auch im Winter intensiver nutzbar als ein gewöhnlicher Rasen
- i.d.R. langfristig ebener als ein gewöhnlicher Rasen
- belastbarer als gewöhnlicher Rasen für Spiel- und Sportflächen
- Kosten in der Instandhaltung sind geringer
- Kunstrasen bietet ohne Wartezeit ein grünes Bild im Garten
Welche Nachteile hat ein Kunstrasen im Garten?
Kunstrasen im Garten hat diese wesentlichen 6 Nachteile:
- Anschaffungskosten sind wesentlich höher
- Man kann Rasenpflege als Hobby nicht mehr ausleben
- Kunstrasen ist anfällig gegenüber Vogelkot
- Künstliches Gefühl in der freien Natur
- Rauben des Lebensraums für Insekten
- Pflanzen auf der Rasenfläche müssen über Jahre an gleicher Stelle bleiben
Alternativen zum Kunstrasen im Garten
Hat man eine größere Fläche anzulegen, kann Kunstrasen sich im Geldbeutel deutlich bemerkbar machen. Mit etwa 20€/m² kommt man bei einer 100 m²-Fläche bereits auf 2000€. Im Vergleich kostet ein guter Rollrasen bei 100m² nur etwa 500€.
Rollrasen beschreibt professionell gezüchteten Rasen, welcher abgeschält wird und auf Rollen nach Hause geliefert wird. Der Vorteil, dass der Rasen schnell genutzt werden kann, bleibt auch beim Rollrasen bestehen. Dennoch muss man im Vergleich zum Kunstrasen die übliche Rasenpflege durchführen.
Wie kann man Kunstrasen aus dem Garten entsorgen?
Kunstrasen kann in der Regel in der gelben Tonne bzw. im gelben Sack entsorgt werden. Hauptsächlich bestehen die künstlichen Gräser aus Polyethylen. In Sachen Entsorgung muss man sich am Ende der Lebenszeit also keine Sorge machen.
Unser Fazit zu Kunstrasen im Garten
Wir sind absoluter Fan von einem natürlichen Rasen und werden dies auch weiter bleiben. Neidlos muss man jedoch anerkennen, dass Kunstrasen in einigen Fällen deutliche Vorteil bietet. Das ist zum Beispiel auf besonders belasteten Flächen der Fall.
Für Teilflächen, wie zum Beispiel Gehwegen am Rand einer natürlichen Rasenfläche kann Kunstrasen in unseren Augen eine schöne Ergänzung sein. Auch urbane Gegenden können durch das künstliche Grün abwechslungsreicher gestaltet werden. Als Hauptfläche würde uns jedoch die Herausforderung und die Entspannung bei der Gartenarbeit fehlen.