Rasen winterfest machen » 4 Schritte zur Überwinterung

Rasen winterfest machen
Der Herbst ist der ideale Zeitraum, um einen Rasen winterfest zu machen. Der Winter belastet den Rasen durch eine Vielzahl von Faktoren.

Doch es gibt selbstverständlich auch Maßnahmen, welche die Zellstruktur des Rasens stärken und die Fläche insgesamt auf eine Überwinterung vorbereiten.

 

Welche Belastungen kommen im Winter auf einen Rasen zu?

Als offensichtlichste Belastung im Winter zählt der Frost. Die intensive Nutzung des gefrorenen Rasens führt in dieser Zeit besonders zu Abnutzungen. Aber auch unter der Schneedecke hat Rasen oftmals zu kämpfen. Hier entsteht ein feuchtes, schlecht durchlüftetes Mikroklima, welches Rasenkrankheiten leichtes Spiel macht.

Zu solchen Rasenkrankheiten gehört zum Beispiel der weit verbreitete Schneeschimmel.

 

Vier konkrete Maßnahmen, um Rasen winterfest zu machen

Das letzte Mal Rasenmähen

Die richtige Länge des Rasens ist ein ausschlaggebender Faktor zur Überwinterung. Ende Oktober bzw. Anfang November steht das letzte Mal Rasenmähen an. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Temperatur etwa 9 Grad betragen, da der Rasen ab einer Bodentemperatur von 8°C nicht mehr wächst. Eine weitere Möglichkeit ist es sich an der ersten Frostnacht zu orientieren.

Dabei kürzt man die Gräser auf 5 Zentimeter Länge. Diese ist erforderlich damit die Halme in den sonnenarmen Monaten an genügend Licht gelangen. Aber auch leichter Schneefall überdeckt die Pflanzen nicht sofort. Das Licht ist wichtig für die Photosynthese in den Wintermonaten.

Auch ein zu langer Rasen ist problematisch. Die Schneedecke überdeckt den Rasen und es entsteht unter dieser ein schädliches Mikroklima. Die Luft zirkuliert nicht genug und Feuchtigkeit sammelt sich. Rasenkrankheiten sind die Folge.

Der Rasen sollte keinesfalls vor dem Winter gemulcht werden. Der Rasenschnitt kann bei den niedrigen Temperaturen schlechter abgebaut werden und speichert eine Menge Feuchtigkeit. Die Luftzirkulation nimmt ab und Lücken können im Rasen entstehen.

 

Fallobst, Blätter usw. entfernen

Laub sollte auf dem Rasen nicht liegengelassen werden. Kurzgefasst verdecken die Blätter die Zufuhr von Licht und verhindern die Luftströmung. Die Blätterschicht wird im schlimmsten Fall zusätzlich durch Schnee beschwert.

Wer den Rasen winterfest machen will, sollte Fallobst, Blätter, Tannenzapfen, Steine usw. vom Rasen entfernen. Aber auch Gartenmöbel verstaut man an einem trockenen Ort. Das schützt nicht nur Stühle, Tische und Liegen, sondern auch den Rasen. Dieser gelangt über den Winter an mehr Licht.

 

Kaliumreiche Düngung anwenden

Kalium ist in jedem Rasendünger vorhanden. Doch wer seinen Rasen winterfest machen möchte, sollte gezielt eine kaliumreiche und stickstoffärmere Düngung wählen.

Kalium ist für die Stärkung der Zellstruktur der Pflanzen verantwortlich. Der Dünger erreicht eine höhere Winterfestigkeit und höhere Resistenz. Besonders Rasenkrankheiten und Frost können vom Rasen besser abgewehrt werden.

Ein Dünger mit zu viel Stickstoff hingegen kann dem Rasen schaden. Die Gräser wachsen stärker und werden empfindlicher gegenüber Frost. Im Frühjahr hat man es dann mit braunen abgestorbenen Stellen im Rasen zu tun.

Deswegen empfehlen wir zum Düngen einen Herbstdünger zu wählen. Der Compo Rasen-Herbstdünger enthält beispielsweise nur 9% Stickstoff. Gewöhnlicher Rasendünger enthält etwa 20% Stickstoff.

Aber auch der Kaliumgehalt ist mit 14% deutlich höher und macht den Rasen winterfest. Gewöhnlicher Rasendünger wird mit nur etwa 8% Kalium geliefert. Diese Nährstoffzusammensetzung ist für unsere Zwecke ideal.

Optional kann man auch zu einem Kaliumdünger greifen. Dieser enthält jedoch in den seltensten Fällen Stickstoff und Phosphor. Dies sind jedoch wichtige Nährstoffe für den Rasen, welche spätestens im Frühjahr wieder für das Startwachstum hinzugeführt werden müssen.

 

Im frühen Herbst vertikutieren

Auch Vertikutieren eignet sich hervorragen, um den Rasen winterfest zu machen. Mitte September bis Mitte Oktober werden Moos und Rasenfilz aus dem Boden entfernt. Rasenfilz sind abgestorbene Pflanzenreste, welche durch die Mikroorganismen nicht abgebaut werden können.

Der Vertikutierer wird so eingestellt, dass die Messer etwa 3 mm in den Boden schneiden. Wer keine Maschine besitzt, kann auch selbstverständlich von Hand vertikutieren.

Nach dieser Rasenpflege-Arbeit hat der Rasen genügend Platz, um sich vor dem Winter auszubreiten. Die Nährstoff-, Wasser- und Sauerstoffzufuhr zum Boden verbessert sich.

Dies ist auch der ideale Zeitpunkt, um Lücken durch eine Nachsaat zu schließen. Man verhindert damit, dass sich an den kahlen Stellen Unkraut durchsetzt. Als Nachsaat-Samen sind schnellwachsende und robuste Gräser wie z.B. Lolium perenne bestens geeignet.

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Besonders vor dem Winter empfehlen wir aus dem Grund die schnellkeimende Nachsaat von Wolf Garten zu nutzen. Der Hersteller verspricht bis zu 30 Prozent schnellere Keimung, welche durch ausgewählte Sorten erreicht wird.

 

Darf ein Rasen auch gefrieren?

In den handelsüblichen Rasensamen sind überwiegend Gräser vorhanden, welche einen Frost problemlos überstehen. Wer eine gewöhnliche Rasensamen-Mischung verwendet hat, muss keine Sorgen haben, wenn der Rasen gefriert.

In der Regel liegt der Gefrierpunkt der Gräser durch die Kaliumdüngung ohnehin tiefer als 0°C. Auf eine intensive Nutzung des Rasens sollte im Winter dennoch lieber verzichtet werden.

 

Sollte man den Rasen auch im Winter nochmal düngen?

Im Winter wird der Rasen nicht mehr gedüngt. Die letzte Düngung findet spätestens im Herbst statt. Der Rasen wächst ab einer Bodentemperatur ab 8°C nicht mehr, sodass der Dünger keine Wirkung zeigen würde. Im Zweifel schadet man nur der Natur und unserem Grundwasser.

Die nächste Düngung steht frühstens Ende März an. Der richtige Dünger für den Frühling hat eine durchdachte Zusammensetzung von Stickstoff, Phosphor und Kalium. Dieser sorgt für ein gesundes Startwachstum.

 

Nicht nur der Rasen muss winterfest gemacht werden!

Den Rasenmäher winterfest machen

Befindet sich noch Benzin im Rasenmäher empfehlen wir einen passenden Benzinstabilisator hinzuzugeben*. Dieser schützt das Benzin vor Oxidation und Alterung. Wer eine andere Anwendung für den Kraftstoff im Winter hat, sollte diesen abpumpen und anderweitig verwenden.

Jetzt ist jedoch auch der beste Zeitpunkt für eine Reinigung. Der Rasenschnitt macht den Metallen in den kühl feuchten Monaten besonders zu schaffen. Rostige Löcher können entstehen. Zum Entfernen nehmen wir in der Regel eine steife Bürste.

Bevor man jedoch diese durchführt, sollte man in der Bedienungsanleitung prüfen in welche Richtung der Rasenmäher gekippt werden darf. Ansonsten drohen Betriebsstoffe auszulaufen.

Akkus von Akku-Rasenmähern empfehlen wir mit ins warme Heim zu nehmen. Die Akkutechnologie verträgt die kalten Temperaturen des Winters nicht. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für den Mähroboter. Ein Akku kann mit einer Ladung von etwa 80% bestens über den Winter gelagert werden.

 

Rasensprenger winterfest machen

Besonders wer versenkbare Rasensprenger hat, muss auf eine Entwässerung der Leitungen achten. Häufig übernehmen dies automatische Entwässerungsventile. Hat man ein solches nicht, muss man selbst Hand anlegen und die Leitungen vor Frostschäden schützen.

Das gilt auch für Schläuche, die dauerhaft mit dem Wasseranschluss verbunden sind. Entwässern Sie die Schläuche und entwässern Sie das System, um Frostschäden zu vermeiden. Neben einer Verkalkung kann Frost auch eine häufige Ursache sein, wenn der Rasensprenger sich nicht mehr bewegt.

 

Fazit: Rasen winterfest machen mit 5 einfachen Maßnahmen

Der Rasen wird mit den hier erwähnten 5 Maßnahmen schnell zur Überwinterung vorbereitet. Weitere Maßnahmen sind nicht notwendig. Die in unseren Augen wichtigsten Punkte sind die Herbstdüngung und das Entfernen des Laubs. Beachtet man diese, hat man oftmals nichts mehr zu befürchten und der Rasen kommt gut durch den Winter!

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