Rasenpflege im Frühjahr » Einfache Schritt für Schritt Anleitung

Rasenpflege im Frühjahr
Die Rasenpflege im Frühjahr ist entscheidend für das Wachstum des Rasens auf das ganze Jahr gesehen. Wer den Rasen jetzt nicht auf Vordermann bringt, wird in ein paar Monaten nachbessern müssen.

Doch worauf kommt es eigentlich bei der Rasenpflege im Frühjahr an? Wir geben eine präzise Schritt für Schritt Anleitung, wie man den Rasen nach dem Winter versorgen und auf den Sommer vorbereiten kann.

 

Rasenpflege im Frühjahr: Schritt für Schritt den Rasen fit machen

Unkraut & Fremdkörper aus dem Rasen entfernen

In den späten Herbst- und den Wintermonaten sammeln sich eine Menge Fremdkörper auf dem Rasen. Dazu gehören v.a. Laub, Äste, Kastanien oder Tannenzapfen.

Der erste Schritt besteht darin die gesamte Rasenfläche zu säubern. Nehmen Sie einen Rechen oder eine Gartenharke zur Hand und entfernen Sie alles, was nicht auf den Rasen gehört.

Auch dem Unkraut sollte jetzt der Kampf angesagt werden. Unkraut schießt wesentlich schneller in die Höhe als unser Rasen. Wer im Frühjahr nicht direkt mit dem Jäten beginnt, stoppt die exponentielle Verbreitung nicht am Ursprung.

Wurzelunkräuter sollten möglichst mit einem Unkrautstecher entfernt werden, um auch die gesamte Wurzel zu entfernen.

Ist man mit der Vorarbeit fertig, kann es auch schon zum nächsten Schritt gehen.

 

Unebenheiten im Rasen ausgleichen

Über den Winter entstehen Unebenheiten in der Rasenfläche. Grund hierfür sind oft Tiere, wie zum Beispiel Wühlmäuse, die unterirdische Gänge bauen.

Aber auch Maulwürfe hinterlassen hässliche Hügel im Rasen. Die Erde des Hügels wird mit einer Harke gleichmäßig in einer dünnen Schicht auf dem Rasen verteilt. In den nächsten Wochen werden sich die Gräser durch die dünne Erdschicht schlagen.

Ein weiterer Grund für kleinere Unebenheiten ist der Frost und die Bodenaktivität der Regenwürmer. Diese kleinen Unebenheiten kann man getrost mit einer Rasenwalze ausgleichen. Man befüllt die Walze etwa zur Hälfte, um dem Rasen nicht zu schaden. Der Rasen wird im Schachbrettmuster einmal in Quer- und einmal in Längsrichtung bearbeitet.

Hat man keine Rasenwalze zur Hand, kann man den Rasen auch mit Trittbrettern glätten. Mehr zum Thema: Rasen glätten ohne Walze finden Sie hier >

Bei größeren Unebenheiten ist es sinnvoll Erde auf dem Rasen aufzufüllen.

 

Das erste Mal Rasenmähen

Das erste Mal Rasenmähen erfolgt im späten März bzw. frühen April, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Nachts sollten die Temperaturen über 4 Grad Celsius liegen. Grund hierfür ist, dass die Gräser bei zu kalten Temperaturen Schwierigkeiten haben sich schnell genug zu regenerieren.

Der erste Rasenschnitt erfolgt auf minimal 4 bis 5 cm. Stets gilt jedoch nie mehr als ein Drittel der Gesamtlänge zu kürzen. Erst eine Woche nach dem ersten Rasenschnitt kann man die Schnitthöhe verringern.

Auch beim ersten Schnitt gilt es die typischen Anfängerfehler beim Rasenmähen, wie zum Beispiel das Mähen eines nassen Rasens, zu vermeiden.

Wir empfehlen im Frühjahr den Rasen möglichst noch nicht zu mulchen. Die Gräser kämpfen um die tief stehenden Sonnenstrahlen. Der zerkleinerte Rasenschnitt könnte sich in den hohen Gräsern verfangen und jungen Pflanzen den Lichtzugang abschneiden.

 

Rasenmäher nach Winter betriebsbereit machen

Nach dem Winter muss der Rasenmäher auf Vordermann gebracht werden. Ist das Benzin älter als 3 Monate und man hat im letzten Jahr keinen Benzinstabilisator verwendet, empfehlen wir den Treibstoff auszuwechseln. Für Rasenmäher spielt es dabei keine Rolle, ob man Benzin mit 95 oder 98 Oktan wählt.

Aber auch der Ölstand muss geprüft werden. Achten Sie beim Nachfüllen darauf, dass Sie das richtige Öl für Ihren Rasenmäher verwenden.

 

Den Rasen im Frühjahr düngen

Im Frühjahr benötigen die Gräser viel Stickstoff für das Startwachstum. Durch das regelmäßige Rasenmähen entnehmen wir dem natürlichen Kreislauf diesen und andere Nährstoffe. Das Düngen von Rasenflächen ist also unabdingbar. Im Frühjahr steht die wichtigste Düngung an.

Vor dem Düngen sollte der Rasen möglichst kurz gemäht werden, damit das Granulat zum Boden gelangt. Eine Ausnahme bildet hier Rasendünger mit Unkrautvernichter. Dieser soll sogar auf den Halmen hängen bleiben, damit die Herbizide gegen zweiblättrige Pflanzen wirken.

Nach dem Rasenmähen nimmt man einen stickstoffhaltigen Rasendünger zur Hand. Der Stickstoffgehalt sollte möglichst mindestens 15% hoch sein.

Mehr dazu welche Rasendünger für den Frühjahr besonders geeignet sind, erfahren Sie hier >

Mit einem Streuwagen bringt man etwa 25g/m² des Granulats auf dem Rasen aus. Die Bahnen sollten sich hierbei möglichst nicht überlappen, um Verbrennungen im Rasen zu vermeiden. Wer den Dünger von Hand austragen möchte, sollte stets mit Handschuhen arbeiten. Der Rasendünger wird schwungvoll in einem Bogen ausgeworfen.

 

Den Rasen im Frühling vertikutieren

Ob der Rasen vor oder nach dem Düngen vertikutiert werden sollte, ist umstritten. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Beim Vertikutieren werden mithilfe von Messern Moos, Unkraut und Rasenfilz von der Bodenoberfläche entfernt. Sauerstoff, Wasser und Nährstoffe gelangen nun besser an die Erde des Rasens. In der Regel reicht es diese Rasenpflege im Frühjahr einmalig durchzuführen. Wer einen besonders starken Moosbefall hat, wiederholt diesen Vorgang im Herbst.

Wenn man nach dem Düngen vertikutiert, muss man zunächst abwarten bis sich der Dünger vollständig aufgelöst hat. Ansonsten läuft man Gefahr das Granulat durch das Vertikutieren zu entfernen.

Auch beim Vertikutieren muss der Rasen möglichst kurz sein. Um Schäden zu vermeiden, empfehlen wir eine Höhe von etwa 3 cm zu wählen. Der Vertikutierer wird so eingestellt, dass er den Boden maximal 2 mm bearbeitet.

Man vertikutiert einmal in Quer- und Längsrichtung, um die gesamte Fläche abzudecken. Wer keinen Vertikutierer zur Hand hat, kann selbstverständlich auch von Hand z.B. mit einer Gartenharke vertikutieren.

 

Nur bei saurem Boden: Den Rasen kalken

Die Kalkung von Rasenflächen wird häufig als jährliche Rasenpflege im Frühjahr angepriesen. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, da es sich beim Kalken um keine Vorsorgemaßnahme handelt. Kalkt man, ohne dass der Boden sauer ist, riskiert man das Absterben des Rasens.

Vor dem Kalken muss ein saurer Boden mit einem pH-Wert von unter 5,5 festgestellt werden. Diesen Test kann man einfach selbst mit einem entsprechendem Set durchführen*. Liegt der pH-Wert hingegen zwischen 5,5 und 7 muss man sich keine Sorgen machen.

Kalk erhöht den pH-Wert bei zu sauren Böden. Damit wird die Verfügbarkeit der Nährstoffe verbessert und der Rasen wächst gesünder. Bei einem zu hohen pH-Wert muss man statt zum Kalk häufig zu torfähnlichen Alternativen greifen.

Rasenkalk wird wie Dünger auch mit einem Streuwagen in wohl überlegter Dosierung ausgebracht. Wer nur eine leichte Abweichung des pH-Werts hat, kann auf Alternativen zurückgreifen: Holzasche kann als Dünger den pH-Wert des Rasens erhöhen und auch kalkhaltiges Wasser ist nützlich bei sauren Böden.

 

Optional: Den Rasen aerifizieren & sanden

Dieser Schritt ist nur sinnvoll, wenn der Rasen auf einem lehmhaltigen oder verdichteten Boden wächst. Das Aerifizieren beschreibt das Einstechen einer Vielzahl von Löchern auf dem Rasen. Im Idealfall nutzt man hierzu Werkzeug, welches die Erde aus den Löchern herauszieht. Aber auch eine Grabegabel findet häufig bei Hobby-Gärtnern Anwendung.

Sinn macht diese Maßnahme nur bei verdichteten und lehmhaltigen Böden. Durch die Vielzahl an Löchern wird der Wasserabfluss gefördert. Nährstoffe und Sauerstoff gelangen besser zur Erde.

Hat man ohnehin mit Staunässe im Rasen zu kämpfen, empfehlen wir in neben dem Aerifizieren des Rasens auch noch zusätzlich den Rasen zu sanden.

Beim Rasen sanden wird großzügig spitzer gewaschener Sand auf der Fläche ausgetragen. Mit einem Straßenbesen oder einer Harke arbeitet man diesen in den lehmhaltigen Boden ein, um einen natürlichen Abstandhalter zu schaffen. Das Wasser kann besser abfließen. Der im Sommer trockene und harte Lehmboden wird so gelockert.

 

Rasen nachsäen, um Lücken zu schließen

Nun fehlt bei der Rasenpflege im Frühjahr nur noch ein finaler Schritt: Die Nachsaat. Durch das Vertikutieren und das Entfernen von Unkräutern wird der Rasen licht. Die Grasnarbe hat Lücken, welche schnell von Unkräutern erobert werden können.

Nach dem Vertikutieren ist der beste Zeitpunkt großflächig Rasensamen auszubringen. Will man die Rasenfläche in den nächsten Wochen nutzen, empfehlen wir in Teilflächen zu arbeiten.

Zur Nachsaat wählt man robuste und schnellwachsende Gräserarten. Diese ermöglichen ein baldiges Betreten der Fläche. Zu den Grasarten zählt v.a. das robuste und schnellwachsende Lolium perenne, welches in allen handelsüblichen Rasensamen zur Nachsaat enthalten ist.

Turbo Nachsaat
Wir empfehlen bei der Rasenpflege im Frühjahr die Turbonachsaat von WOLF-Garten zu nehmen. Die Gräser wachsen besonders schnell und sind robust. Lolium perenne ist selbstverständlich ein fester Bestandteil der Mischung.

Die Rasensamen werden wie gewöhnlich mit dem Streuwagen ausgetragen. Sollte der Rasen bereits nachgewachsen sein, empfehlen wir diesen erneut auf maximal 4 cm zu kürzen, damit die Rasensamen die Erde problemlos erreichen können.

Etwa 15 – 20 g/m² sind meist ausreichend, um dem Rasen zu einer dichten und robusten Grasnarbe zu verhelfen. Größere Lücken im Rasen empfehlen wir gesondert per Hand nochmal nachzusäen.

Die Fläche muss nun die nächsten 4 Wochen konstant feucht gehalten werden. Nur so können die jungen Gräser schneller als das Unkraut wachsen, den Rasen verdichten und Lücken schließen.

Um nicht auf die jungen Gräser zu treten, ist es üblich den Bereich mit Stöcken abzugrenzen. Diese dienen als Erinnerung bei Nutzung von Teilflächen des Rasens.

 

Kann man die Rasenpflege im Frühjahr weglassen?

Die Rasenpflege im Frühjahr darf nicht vernachlässigt werden. Nach dem Winter ist der Rasen geschwächt und benötigt genug Nährstoffe, um gesund zu wachsen. Die Pflege bereitet ihn zusätzlich auf heiße Sommertage vor. Aber auch Unkraut muss man frühzeitig den Kampf ansagen, da es sich exponentiell vermehrt.

Wer wenig Zeit und Arbeit in den Rasen investieren möchte, sollte im Frühling den Rasen zumindest grob abharken und Rasenfilz entfernen. Die Düngung sehen wir auch als absolut notwendig. Wer diese zwei Pflegemaßnahmen im Frühjahr durchführt, kann bereits mit einem passablen Ergebnis rechnen.

 

Wenn ohnehin eine Neuanlage ansteht: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt

Das Frühjahr ist nicht nur der beste Zeitpunkt zur intensiven Rasenpflege, sondern auch zur ggf. anstehenden Neuanlage. Besonders von Unkraut stark befallene Rasenflächen können jetzt erneuert werden. Die neu ausgesäten Rasensamen haben im Frühjahr beste Konditionen, um schnell aufzugehen, sodass im Sommer ein grüner Teppich erstrahlt.

Wir empfehlen bei einem besonders mitgenommenen Rasen auf Rollrasen zu setzen. Dieser kann auch über dem bestehenden ausgerollt werden. Vorher sollten lediglich Unebenheiten ausgeglichen werden. Das Vertikutieren der bestehenden Fläche fördert die zuverlässige Verwurzelung.

Mehr zum Thema Neuanlage mithilfe von Rasensaat oder Rollrasen finden Sie hier >

 

Fazit: Rasenpflege im Frühjahr ist die wichtigste Pflege!

Eine ausgelassene Rasenpflege im Frühjahr wird man schnell merken. Wer wenig Zeit hat, sollte sich dabei besonders auf das Rasenmähen und Düngen konzentrieren. Das Vertikutieren kann bei starkem Moosbefall ebenfalls wahre Wunder bewirken.

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